Schalber, Richard: Interview (Archivversion) «Zehn Semi-Werksmaschinen sind geplant“

Teamchef Richard Schalber zu den Plänen von BMW im Rallye-Sport

? Es ist wohl überflüssig zu fragen, ob nach dem Debakel des vergangenen Jahres ein großer Erfolgsdruck auf Ihnen und Ihrem BMW-Team lastete.Das kann man sich wohl vorstellen. Allerdings hing das weitere Rallye-Engagement von BMW nicht auf Gedeih und Verderb von einem Gesamtsieg ab. Wir mußten nur die Siegfähigkeit unseres Konzepts beweisen. Dafür hätten auch Siege auf einzelnen Etappen gereicht.? Wie geht´s jetzt weiter?In sportlicher Hinsicht planen wir einen Einsatz bei der Tunesien-Rallye im April, dann die Dubai-Rallye im November und dann natürlich wieder die Dakar. In technischer Hinsicht beabsichtigen wir, eine Kleinserie unserer Rallye-Maschinen aufzulegen. Zusätzlich zu unseren offiziellen Motorrädern sollen etwa zehn Semi-Werksmaschinen entstehen, die an Kunden-Teams verkauft oder vermietet werden sollen.? Immer wieder kursieren Gerüchte, BMW wolle künftig mit dem Markenzeichen des Hauses, dem Zweizylinder-Boxer-Motor, antreten. Ist da etwas Wahres dran?Es finden tatsächlich Überlegungen statt. Unter Marketing-Aspekten wäre dies sicherlich auch sinnvoll. Dagegen spricht allerdings, daß die Streckenführung der Dakar mittlerweile auf die zwar schwächeren, dafür aber leichteren und handlicheren Einzylinder-Maschinen zugeschnitten ist. Unsere Fahrer sprachen sich ganz klar für die Einzylinder aus. Auf jeden Fall hat meine Firma von BMW noch keinen Auftrag für die Entwicklung eines Zweizylinder-Projekts. ? Dennoch, mit BMW und KTM als den beiden einzigen, offiziell engagierten Herstellern könnte der Rallye-Sport durchaus etwas mehr Interesse der Industrie brauchen. Das stimmt, doch können wir das nicht ändern. Auf der diesjährigen Dakar wurden jedenfalls Stimmen laut, Honda und Yamaha wollten im nächsten Jahr mit Einzylinder-Maschinen antreten.

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