Sieger nach Punkten (Archivversion) Yamaha R1, der moralische Sieger

Das Erstaunen war nicht schlecht, als am Abend des ersten Tages die Liste mit den Rundenzeiten veröffentlicht wurde. Die R1 konnte ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden. Wie kann es sein, daß das schnellste an der Lichtschranke gemessene Bike nur die viertschnellste Zeit erreicht? Wo doch der Motor ein Gedicht an Leistung, Drehmoment und Beherrschbarkeit ist. Wo das Fahrwerk außer beim harten Beschleunigen keine Schwächen zeigt. Wo die Bremsen zwar nicht mit dem harten Biß einer Kawasaki zupacken, aber über beste Dosierbarkeit und ausreichende Standfestigkeit verfügen. Vielleicht hätte es ja auf einer anderen Rennstrecke wie etwa dem schnellen Grand Prix-Kurs von Barcelona anders ausgesehen? Vielleicht hätte die R1 in den langen Dritte- und Vierte-Gang-Kurven ihr enormes Leistungspotential besser ausschöpfen können? Sei’s drum, der Mega-Event hat auf der engen, welligen Rennstrecke in Calafat stattgefunden, und hier haben die acht professionellen Tester aus fünf Ländern feststellen müßen, daß Leistung eben doch nicht alles ist. Und daß die R1 zwar nicht das schnellste, aber zumindest in der Punktewertung beste Sportbike des Jahres ist.

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