So testet (Archivversion) Die Alpen stellen ganz <br /><br /> spezielle Anforderungen

Die Alpen, das bedeutet für Motorradfahrer Fahrspaß ohne Ende, weil die Straßen dort einfach anders sind. Steigungen, Gefälle, Spitzkehren und Kurven stellen besondere, in vielen Fällen höhere
Anforderungen an das Fahrkönnen des Chauffeurs, aber auch an
die Maschinen. Zum Beispiel zählt dort ein gleichmäßiger Drehmomentverlauf ohne Einbrüche mehr als die reine Spitzenleistung im oberen Drehzahlbereich. Und da man sich im Gebirge üblicherweise auf großer oder kleiner Tour befindet, sind die Fahreigenschaften im beladenen Zustand von besonderer Bedeutung.
Aus diesen Gründen entwickelte das Testteam für diesen Vergleichstest eine ganz spezielle Alpen-Masters-Wertung. Die Testkriterien wurden dem speziellen Anforderungsprofil angepasst, viele für den Alltag wichtige, doch bei Gebirgstouren eher nebensächliche oder unbedeutende Kriterien der 1000-Punkte-Wertung entfallen, darunter der gesamte Block Kosten/Umwelt. Garantiebedingungen, Abgaswerte oder Inspektionskosten sind zu Hause sicher von Bedeutung, den Touristen werden solche Punkte unterwegs weniger interessieren. Das Ergebnis des Anpassungsprozesses ist eine 500-Punkte-Wertung mit insgesamt 29 Kriterien. Darunter wie erwähnt viele, bei denen die Beladung eine wichtige Rolle spielt. Entscheidend ist auch die Art der Gepäckunterbringung. Die meisten Punkte sammeln diesbezüglich Maschinen mit serienmäßigem Koffersystem. Keine Punkte gibt es, falls überhaupt kein Koffersystem lieferbar ist und weder Gepäckhaken noch Staufächer an der Maschine vorhanden sind.
Außerdem erarbeitete das Testteam für die Fahrleistungen ein spezielles Messprogramm. Dazu zählten Durchzugsmessungen im zweiten Gang am Hang, also das typische Herausbeschleunigen aus Spitzkehren. Und damit es nicht so einfach wird, fand das Ganze unter erschwerten Bedingungen im Zweipersonenbetrieb statt. In großer Höhe verlieren manche Maschinen spürbar an Leistung, deshalb wurde der Durchzug beim Alpen-Masters im letzten Gang ab Tempo 50 in gut 2000 Meter Höhe auf einem geraden Teilstück gemessen. Da die Messtrecke allerdings nicht völlig eben war, sind die Ergebnisse nicht exakt mit den üblichen MOTORRAD-Messungen vergleichbar. Innerhalb des Alpen-Masters waren die Bedingungen aber selbstverständlich für alle gleich.
Interessante Aufschlüsse lieferten zudem zwei Bestand-
teile des Top-Test-Prozedere: Sämtliche Motorräder mussten im Soziusbetrieb den schnellen Slalomparcours bewältigen und wurden ebenfalls mit zwei Passagieren auf die Kreisbahn geschickt. Anhand dieser Tests lassen sich Aussagen über das Handling, das Fahrverhalten, die Federungsreserven und die Schräglagenfreiheit machen. Erkenntnisse, die neben den Fahrten in den Alpen in die Wertung mit einbezogen wurden.
Auch die Verbrauchsangaben der 20 Motorräder basieren
auf geänderten Messbedingungen. Den Benzinkonsum ermittelten die Tester auf der 64 Kilometer langen Runde rund um das Stilfser Joch, er liegt wegen der vielen Beschleunigungsvorgänge im Kehrengewürm und der Steigungsanteile höher als bei den üblichen MOTORRAD-Messungen. Aus den ermittelten Verbräuchen errechnet sich dann in Abhängigkeit vom Tankvolumen die Reichweite. Besonders in den Alpen ein sehr wichtiger Wert, findet
man dort doch nicht an jeder Ecke eine Tankstelle. Dass alle
Maschinen mit Serienbereifung gefahren wurde, soll ebenfalls nicht unerwähnt bleiben.

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