So testet MOTORRAD (Archivversion) Bremsstabilität

MOTORRAD erklärt die einzelnen Kriterien der 1000-Punkte-Wertung (Teil 3)

Wer locker im Straßenverkehr mitschwimmt, vorausschauend fährt und vorsichtig bremst, wird sich mit dem Thema Bremsstabilität wohl kaum befassen müssen. Denn die kommt erst im Grenzbereich zum Tragen, wenn man – oft unversehens – hart in die Eisen muss. Daher fällt sie unter das Kapitel Sicherheit, und zwar unter den Abschnitt Fahrwerk, denn für die Bremsstabilität spielt neben den Bremsen selbst auch das Fahrwerk eine große Rolle. In Notsituationen bei Gefahrenbremsungen ist jeder Meter Bremsweg kostbar, die Beherrschung der Maschine wichtig. Folgende Probleme können dabei auftreten: Die Fahrstabilität kann zum Beispiel eingeschränkt sein, weil Pendelbewegungen einsetzen. Dies beeinträchtigt nicht nur die Lenkung, sondern verunsichert vor allem weniger erfahrene Piloten gehörig, so dass sie wertvollen Bremsweg verschenken. Auch verwindungsweiche Gabel können sich in Verbindung mit einseitigen Scheibenbremsen negativ bemerkbar machen. Gravierender wirken sich mitunter Schwächen in der Fahrwerksabstimmung aus, vor allem bei der Gabel. Dies äußert sich in einem stempelnden Vorderrad. Das Vorderrad verliert dabei zeitweise den Bodenkontakt, beginnt zu springen und kommt schnell an die Blockiergrenze. So bringt man keinesfalls ordentliche Verzögerungen zustande. MOTORRAD testet die Bremsstabilität während der üblichen Bremsmessungen auf dem Testgelände, aber auch auf einem besonders welligen Teil der Testrunde auf öffentlicher Straße.Die Honda Hornet 900 erreicht unter einem erfahrenen Testpiloten auf dem topfebenen Testgelände zwar mit 9,8 m/s² recht gute Werte. Im Straßenbetrieb ist das Verzögern entlang der Blockiergrenze jedoch außerordentlich schwierig, weil die weiche Gabel sehr früh auf Block geht. Der Reifen muss dann die Federung übernehmen, was dem Bodenkontakt bei unebener Fahrbahn nicht besonders gut tut.

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