Spannungsgebiete (Archivversion) Easy going oder purer Stress?

Konzentration, Anspannung, Stress – der Übergang ist fließend. Ob angenehm oder anstrengend, daran hat das Motorrad einen entscheidenden Anteil, wie die fünf beispielhaften Paarungen zeigen. Manche Dinge liegen aber auch am Fahrer.

Wer heizt, ist selber schuld. Man könnte ja auch ganz gemütlich und entspannt durch die Landschaft gondeln. So trivial diese Erkenntnis ist, falsch ist sie nicht. Schnell fahren fordert mehr Aufmerksamkeit, mehr Konzentration – und erzeugt im Extremfall eher Stress. In der Ruhe liegt die Kraft.

Es sind keineswegs immer äußere Faktoren, die für Stress sorgen, sondern in vielen Fällen macht ihn sich der Mensch selbst. Das gilt wie sonst im Leben auch beim Motorradfahren. Ein zu eng gefasster Zeitplan, Überforderung, manchmal auch Unterforderung, zu hoch gesteckte Ziele und Ansprüche, Gruppenzwang, all das können auslösende Faktoren sein. Wer also unterwegs erste Stresssymptome feststellt: zwischendurch einfach mal durchatmen, relaxen, auf den Boden zurückkommen, die Kumpels fahren lassen.

Die gewählten Paarungen zeigen außerdem, dass es auf der anderen Seite Motorräder gibt, die einem das Leben leicht machen. Das sind in erster Linie Motorräder, die einfach nur gut funktionieren, die sich keine ausgeprägten Schwächen leisten und daher in der MOTORRAD-Wertung viele Punkte sammeln. Darüber hinaus sind es Maschinen, die eine gewisse Balance, eine Harmonie ausstrahlen. Das lässt sich an Dingen wie Ergonomie bis hin zur Motorcharakteristik festmachen, dahinter steckt aber mehr als die Summe der Einzelteile. Mit der Fahrzeugkategorie hat das dagegen nur sehr bedingt etwas zu tun. Sicher birgt ein 600er-Mittelklässler weniger Stresspotenzial als eine 180-PS-Granate. Aber selbst lässig erscheinende Cruiser oder Allrounder können echt nerven.

Bis zu einem gewissen Grad ist es allerdings manchmal gar nicht schlecht, wenn ein Motorrad mehr Aufmerksamkeit fordert. Denn schließlich kann es ja auch eine gewisse Gefahr in sich bergen, wenn der Fahrer nicht richtig bei der Sache ist und allzu entspannt durch die Landschaft fährt. Womit wir wieder bei den Vorstufen von Stress wären, nämlich Anspannung und Konzentration. Und das schadet beim Motorradfahren nie.

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