Spot-Light: Stefan Kurfiss (Archivversion) Unsere Helden

Motorradsport in Deutschland – das Thema hat viele Gesichter. Einige sind der Redaktion besonders aufgefallen, und gern stellen wir sie den MOTORRAD-Lesern vor.

Ganz MotorsportDeutschland fieberte 2008 mit dem 125er-GP-Shooting-star Stefan Bradl und feierte seine Erfolge. Ganz Deutschland? Nein, mitten im Lande, am Nordrand des Schwarzwalds, sitzt ein Abtrünniger. Stefan „Erv“ Kurfiss, einer der erfahrensten Köpfe in der deutschen Rennszene, arbeitete mit vollem Einsatz daran, Bradls Erfolge zu verhindern. Als Cheftechniker im finnischen Ajo-Derbi-Team – den Spitznamen „Erv“ erbte er von seinem genialen Kollegen Erv Kanemoto, der einst Freddie Spencer zum WM-Titel schraubte –, war Kurfiss 2008 für den Franzosen Mike di Meglio zuständig, der überraschend 125er-Weltmeister wurde.

„Natürlich würde es auch große Freude machen, mit einem deutschen Fahrer erfolgreich zu arbeiten“, kommentiert der Ex-Rennfahrer seine Rolle als „Anti-Bradl“, „aber echte Talente aus unserem Land sind derzeit leider recht dünn gesät.“ Und Kurfiss weiß, wovon er redet, galt er doch als Teamchef des ADAC-Junior-Teams in den Jahren 1996 bis 2001 als äußerst genauer, analytischer und kritischer Beobachter der Nachwuchsrennszene. Damals hatte er, auch untermauert durch drei 125er-DM-Titel seiner Fahrer Christian Kellner, Jarno Müller und Claudius Klein, fast schon den Status eines inoffiziellen Motorrad-Bundestrainers.

In der GP-Saison 2009 dürfte Stefan Kurfiss wieder mehr Interesse verspüren, nach den 125er-Rennen die deutsche Hymne zu hören. Denn als Nachfolger von Champion Mike di Meglio stößt der Schwabe Sandro Cortese zum Ajo-Team. Und dessen Ziel ist klar: Grand Prix gewinnen – auch mit Kurfiss‘ Hilfe.

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