Spotlight: Unsere Helden (Archivversion) Peter Baumgartner

Motorradsport in Deutschland – das Thema hat viele Gesichter. Einige sind der Redaktion besonders aufgefallen, und gern stellen wir sie den MOTORRAD-Lesern vor.

Mit Valentino Rossis Entscheidung, die Saison 2008 im Yamaha-MotoGP-Werks-Team auf Bridgestone- statt Michelin-Reifen zu bestreiten, brannte die Luft beim japanischen Reifenhersteller. Denn der siebenfache Weltmeister wollte mit gleichem Gummi-Material gegen den frisch gebackenen Champion Casey Stoner und dessen Ducati zurückschlagen. Dazu musste er bei den Wintertests 2007/2008 den Wissensrückstand um das schwarze Gold, made in Japan, aufholen.

Ein heikler Job für den verantwortlichen Reifentechniker und, da zögerte Bridgestone-Renndienstchef Thomas Scholz keinen Moment, ein Fall für Peter Baumgartner. Der Pfälzer Autodidakt war nicht nur der erfahrenste und kenntnisreichste Techniker im Team, sondern auch mit großer Ruhe und Überlegung in seiner Arbeitsweise gesegnet. Keine Selbstverständlichkeit im Ameisenhaufen MotoGP-Fahrerlager. Beim schließlich erfolgreichen Versuch, dem auf den Gewinn seines achten WM-Titels fokussierten Rossi ein kongenialer Partner zu sein und den edlen Bridgestone-Reifen auch die letzten Geheimnisse zu entlocken, profitierte Baumgartner auch von seinen beruflichen Anfängen in einer ganz anderen Welt. Statt um schwarzes Gold ging es ihm ursprünglich um edle Flüssigkeiten. Als Weinbautechniker im elterlichen Betrieb waren schon Ruhe und Spielübersicht, aber auch viele verborgene Fähigkeiten am Rande der Geheimwissenschaft gefragt, nicht unähnlich der MotoGP-GummiHexenküche.

Dafür steht jetzt Weltmeister Rossi unter Druck. Denn bei seiner WM-Party kann er dem Reifenmann auf keinen Fall zweitklassigen Wein vorsetzen.

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