Spotlight: Unsere Helden (Archivversion) Steffi Laier

Motorradsport in Deutschland – das Thema hat viele Gesichter. Einige sind der Redaktion besonders aufgefallen, und gerne stellen wir sie den MOTORRAD-Lesern vor.

Das hat Mann gar nicht gern: wenn Frauen schneller Motorrad fahren. Und das auch noch in einer Disziplin, die von Härte und Körpereinsatz geprägt ist. Aber es gibt Mädels, die lassen es sogar auf Cross-Pisten richtig krachen. Davon kann mancher Freizeit-Crosser ein Lied singen, der Ende der 90er Jahre auf der Trainingsstrecke in Dielheim bei Sinsheim am großen Table von einem jungen Mädchen auf einer kleinen 80er glatt übersprungen wurde.

Steffi Laier wohnt dort gleich um die Ecke. Schon mit vier Jahren machte sie ihre ersten Fahrversuche und konnte als Jugendliche mit den schnellsten Jungs ihres Alters mithalten. Der Durchbruch gelang im Jahr 2000, nachdem sich die als "schnellste Crosserin der Welt" titulierte Amerikanerin Steffie Bau beim Hallen-Cross in Stuttgart im Feld der Männer ordentlich blamiert hatte. Jeder Insider wusste, dass ein damals gerade mal 15 Jahre altes Mädchen aus Dielheim um ein Vielfaches schneller war als die amerikanische Vorzeige-Fahrerin.

Das bewies Steffie Laier bereits ein Jahr später in den USA eindrucksvoll, als sie die Konkurrenz in der dortigen Frauen-Meisterschaft in Grund und Boden fuhr. In der Zeit danach trat Steffie in Deutschland in den Amateur-Klassen oft genug auch gegen Männer an. Heute kämpft die 25-Jährige um den Titel in der erstmals ausgetragenen Women‘s MX2 World Championship. Wobei sie nur deshalb auf Platz zwei liegt, weil sie den ersten Lauf in Bulgarien verletzungsbedingt auslassen musste. Beim Finale am 7. September im holländischen Lierop will Steffie ihre kleine Chance nutzen. Vielleicht kann Mann sich dann bald in Dielheim von einer Weltmeisterin überholen lassen.

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