Spotlight: Unsere Helden (Archivversion) Jonas Folger

Motorradsport in Deutschland – das Thema hat viele Gesichter. Einige sind der Redaktion besonders aufgefallen, und gerne stellen wir sie den MOTORRAD-Lesern vor.

Genau einen Tag vor dem Erscheinen dieser MOTORRAD-Ausgabe, am 13. August 2008, feierte im oberbayerischen Schwindegg ein junger Mann seinen 15. Geburtstag: Jonas Folger. 15 werden – ein durchaus interessanter Termin. Mobilität wird ein Thema: 15-Jährige dürfen in Deutschland Mofa fahren. Geldverdienen auch, denn um den fahrbaren Untersatz zu finanzieren, darf das Taschengeld durch kleine Jobs wie Zeitungen austragen aufgebessert werden. Des Weiteren hoch im Kurs: Online-Spiele mit per Internet-Telefonie verbundenen Kumpels oder auch Poker-Partys.

Mit alldem hat Jonas Folger wenig am Hut. Mobil ist er schon lange, als Frequent Traveller auf der Flugroute München-Barcelona, wo er seit zweieinhalb Jahren die MotoGP-Academy besucht. Das ist die Nachwuchsschmiede des Grand-Prix-Vermakters Dorna, wo der strenge Ex-GP-Fahrer Alberto Puig Talente wie MotoGP-WM-Kandidat Dani Pedrosa förderte.

Das Mofa-Kapitel hat Jonas Folger in einem weiten Satz übersprungen, sein Fahrzeug ist eine weltmeisterschaftstaugliche 125-cm?-Rennmaschine mit rund 54 PS. Folger hat die Academy als erster Deutscher erfolgreich absolviert, war in dieser Zeit mehr in Spanien als in Deutschland, wo er nebenbei für seinen Schulabschluss büffeln muss. Für den Beruf Rennfahrer hat er sich bereits qualifiziert. Mit 15 darf er jetzt in der WM starten.

Am 15. August, zwei Tage nach dem bislang wichtigsten Geburtstag seines Lebens, wird Jonas Folger um neun Uhr zum ersten Grand-Prix-Training seiner jungen Karriere auf die Rennstrecke von Brünn rollen. Wir drücken ihm die Daumen.

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