Staatsempfang für italienisches Team Ducati: stolz wie Oskar

Foto: Ducati
Da waren selbst die erfolgsverwöhnten Meistermacher aus Bologna sichtlich bewegt: Weil Ducati nach 34 Jahren den WM-Titel in der Königsklasse wieder nach Italien geholt hat, wurde der Hersteller zu einem höchst offiziellen Staatsempfang nach Rom geladen. Eine 40-köpfige Delegation aus Bologna, angeführt von Weltmeister Casey Stoner, begab sich gestern erst in den Quirinal zu Staatspräsident Giorgio Napolitano.

Wenig später ging’s dann in den Palazzo Chigi zu Regierungschef Romano Prodi. Der erinnerte sich bei der Gelegenheit daran, dass er selbst ein wenig zum Erfolg beigetragen hatte: Als Chef der Iri, Italiens Stabsstelle für den industriellen Wiederaufbau, hatte er Ducati 1985 von einer Staatsholding in ein privates Unternehmen umgewandelt und den Brüdern Castiglioni verkauft. "Weniger Bürokratie und schnellere Entscheidungen, das war damals wichtig und gehört zu den Grundvoraussetzungen für den heutigen Erfolg", sagte Prodi, der selbst aus Bologna stammt. "Und der ist typisch für uns Italiener: Mit einer kleinen Mannschaft können wir große Siege erringen. Eben wie Ducati, ein Werk, das nur ein 250tel der Motorradproduktion seines stärksten Konkurrenten erreicht." Wie Staatspräsident Napolitano sprach sich Prodi dafür aus, dem Australier Casey Stoner die italienische Ehren-Staatsbürgerschaft zu verleihen.
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Von so viel staatlicher Aufmerksamkeit zeigte sich selbst der sonst so coole Stoner beeindruckt: "Ich habe eine starke Bindung an Italien, schließlich fahre ich in einem italienischen Team, und nur durch unser ganz spezielles Verhältnis hat sich der Erfolg eingestellt. Ich fühle mich sehr geehrt und privilegiert durch diesen Empfang." Dann dachte der junge Australier aber gleich wieder an die Arbeit: "Das motiviert mich noch mehr fürs nächste Jahr: Da will ich auf dem gleichen hohen Niveau weitermachen und meinen Titel verteidigen."
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