Stauberater (Archivversion)

Name: Martin Schiller
Alter: 53
Beruf: Stauberater (ehrenamtlich)
Einsatzgebiet: A6, A7, A8, A81

´Martin Schiller ist die Ruhe in Person. Freundlich, ausgeglichen und sicher auch ein bisschen leidensfähig. Das muss er sein, wenn er sich freiwillig dorthin begibt, wo sich keiner gerne aufhält: im Stau. Seit 20 Jahren schon ist Martin Schiller Stauberater beim ADAC – einer von etwa 140 bundesweit – und ehrenamtlich auf den zirka 500 Autobahnkilometern Württembergs unterwegs. Während der Saison, von Pfingsten bis Anfang September, sind die Teilstücke der A 6, A 7, A 8 und A 81 an zehn Wochenenden sein Zuhause. "Ich fahre sehr gerne Motorrad, und wenn ich das noch mit etwas Sinnvollem verbinden kann, umso besser", beschreibt der 53-Jährige seine Mo­tivation. Ein Einsatz beginnt für ihn und seine Kollege meist auf einer Autobahnbrücke oder Raststätte. Von dort aus beobachten sie den Verkehr, hängen gleichzeitig mit einem Ohr am Radio ihrer BMWs und lauschen mit dem anderen Trixie. "Trixie nennen wir unser Staumeldesystem", erklärt Schiller, "über das wir alle aktuellen Verkehrsmeldungen und Staulängen empfangen." Lange muss er nicht warten, bis die Reisewelle irgendwo stockt. Dann macht sich Martin Schiller auf den Weg und schlängelt mit seinem Motorrad durch den Stau, um einen Überblick zu bekommen. Für seinen Ein­satz hat er eine Sondergenehmigung, die ihm erlaubt, ansonsten verbotene Ausfahrten sowie den Standstreifen zu nutzen. In Absprache mit der Polizei beginnt er nach seiner Bestandsaufnahme mit der eigentlichen Arbeit, verteilt Getränke und Müsliriegel. "Dabei erkläre ich den Autofahrern, was passiert ist, wie lange es noch dauert und beruhige die Gemüter." Wenn es gar nicht anders geht, leitet der Stauberater den Verkehr von der Autobahn ab. Hauptsache, es geht wieder vorwärts.

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