Streetfighter-Eigenbau (V) (Archivversion) Total normal

»Bei jeder Polizeikontrolle bin ich reif«, hat sich Reiner Deiss bereits mit seinem Schicksal abgefunden, »aber kontrolliert hat die vielen Einträge in meinem Fahrzeugschein noch keiner.« Zu beanstanden gäbe es wohl ohnehin nichts, denn sämtliche An- und Umbauten, die der 32jährige Maschinenbautechniker aus Berglen an seinem »Streetfighter« vorgenommen hat, sind schließlich vom TÜV abgesegnet. Fluch der Vorschriften: Der Gesetzgeber verlangt, daß heutige Motorräder hinten eine Federung haben. Folgsam wartet der Fiedler-Rahmen eben hinten mit zwei Federn härtester Machart auf, und zwar ungedämpft. So pendelt sich die Reisegeschwindigkeit ganz freiwillig bei 120 km/h ein, denn darüber wackelt die Fuhre wie ein Lämmerschwanz - starr wäre wohl stabiler. Aber schneller ließe es auch schon die Sitzposition nicht zu. Verkaufen will das Mitglied des Motorrad-Clubs »D’Oimer Bära« (Übersetzung für Nichtschwaben: »Die Eimer-Bären«) seinen Straßenkämpfer jedenfalls trotz des immens hohen Wertgutachtens nicht. Einleuchtende Begründung: »Wahrscheinlich werden die Vorschriften irgendwann einmal so streng, daß man so was gar nicht mehr zugelassen bekommt.« Da ist wohl was Wahres dran.

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