Streetfighter-Spezial (Archivversion) Kampf der Unvernunft

Die Streetfighter beweisen, wie man ein gutes Produkt erfolgreich bekämpft

Über Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten. Ob ein Motorrad mit kurzem Heck, kleinen Scheinwerfern und einem breiten Lenker besser gefällt als das Original, muß jeder für sich entscheiden. Doch bereits die unsägliche Bezeichnung Streetfighter und die aggressive Optik suggerieren Kampf und wecken längst vergessen geglaubte Emotionen: Der Motorradfahrer gilt heute als gleichwertiger Partner, nicht als Einzelkämpfer.Mit Umbauten sollte man nicht päpstlicher sein als der Papst, doch mit willkürlich abgesägten Rahmen, nicht zulassungsfähigen, dilettantisch montierten Anbauteilen und fragwürdigen Eintragungen im Fahrzeugbrief erweist die Streetfighter-Fraktion der gesamten Motorradfahrerschaft einen Bärendienst. Das pubertäre Gehabe gipfelt schließlich in brüllenden Auspuffanlagen. Wenn die Straßenkämpfer meinen, sich mit lautem Kriegsgeheul in den öffentlichen Straßenverkehr stürzen zu müssen, zeugt das nicht nur von gefährlicher Ignoranz gegenüber der Allgemeinheit, es ist auch ein Tiefschlag gegen die mühselig und langwierig erarbeitete Akzeptanz der Motorradfahrer.

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