Studenten und ihre Motorräder (Archivversion)

BAföG, büffeln, biken

Wenn es um Suzuki GS 500 und Yamaha XJ 600 Diversion geht, fällt schnell der Begriff vom Studen­tenbike. Doch welche Zweiräder stehen tatsächlich auf dem Campus? MOTORRAD hat studiert, womit Studenten zur Mensa und in den Hörsaal pilgern und mit welchen Traumbikes sie am liebsten in die Semesterferien flüchten würden.

Früher war auf dem Campus alles anders: Studenten waren dauerklamm, ständig am demonstrieren, und wenn man in der WG den ersten Kaffee nach dem Aufstehen getrunken hatte, war es Zeit, um in der Mensa das Mittagessen aufs Tablett zu stellen. Ein schönes Klischee! Und womit bewegte sich der Student von damals in Richtung Uni? In der Regel mit dem Fahrrad, gelegentlich mit einer Ente (besonders dann, wenn Sartre oder Camus auf dem Lehrplan standen) und natürlich auch mit Motorrädern. Als typische Studenten­maschinen galten Yamaha SR oder XT 500 – echte Brot-und-Butter-Ware. Auch ein Klischee? Eine spontane Umfrage in der Redaktion bringt ein viel facettenreicheres Bild zutage. Hier ein kleiner Ausschnitt: Suzuki DR 600 R, Honda Africa Twin, Yamaha TRX 850 und XJ 900, Honda XBR 500 S, Suzuki GSX-R 750, Kawasaki GPZ 900 R.
Und was fährt der Student heute? Das Bild bleibt facettenreich, wie die folgenden Seiten zeigen. Schnörkellose Allrounder à la Honda CB 500, Yamaha XJ 600 S Diversion und Suzuki GS 500 E sind genauso dabei wie der Supersportler Suzuki GSX-R 1000 und angejahrte PS-Boliden in Form einer Kawasaki ZZ-R 1100. Lust auf ein Zweitstudium? Folgen Sie uns diesmal in eine hochwissenschaftliche Form der MOTORRAD-Gebrauchtberatung.
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Holger Niebel, 23 (Archivversion)

Studiert Maschinenwesen, 5. Semester, Uni Stuttgart
Motorrad: Suzuki GS 500 E, Baujahr 1998, gekauft 2003 für 1900 Euro, damaliger Tachostand 12000 km
Gekauft, weil »ich sie haben wollte und sie wirklich günstig war«
Fährt rund 2000 Kilometer/Jahr
Bisher gefahren: Pegasus-50-cm³-Motorroller
Traummotorrad: Honda CBR 1000 RR Fireblade
Traumtrip: einmal auf einer Harley über die Route 66 durch die USA cruisen

Suzuki GS 500 E (Archivversion)

All das, was man gemeinhin mit einem Studentenbike assoziiert, gilt für die Suzuki GS 500 E: Der Twin ist robust und preiswert, Letzteres gilt für die An­schaffung ebenso wie für den Unterhalt. Bei der Konstruktion der 500er hat bei den Entwicklern mehr der Rotstift als der CAD-Cursor gekreist. Seit 1988 steht die GS in den Läden, mittlerweile hat sie sich über 50000-mal verkauft. Aufgrund ge­sunkener Nachfrage ist die GS sehr günstig zu bekommen – MOTORRAD hat eine (Baujahr 1992) für 999 Euro erstanden. Sie bereicherte für ein halbes Jahr den Test­fuhrpark mit problemlosen Auftritt. Kritik muss sich ledig­lich das lasch abgestimmte Fahrwerk gefal­len lassen – doch das kann mit progressiven Gabelfedern und einem hochwertigen Nachrüstfederbein schnell geändert werden. Auch moderne Reifen (beispielsweise Bridgestone BT 45 oder Metzeler ME 330/550) bringen die GS spürbar besser in Fahrt.

Daten: Zweizylinder-Reihenmotor, 487 cm³,33 kW/45 PS, Gewicht 189 kg, Zuladung 191 kg,
Tankinhalt 17 Liter, Sitzhöhe 740 mm, Höchst­geschwindigkeit 177 km/h, Verbrauch Landstraße4,4 l/100 km (Normal)

Szene Campus (Archivversion) - Was Studenten wirklich bewegt

Auf dem Campus findet sich immer wieder exotisches Material wie die Kawasaki ZXR 400 (oben) vor den Instituten und Hörsälen. Doch viele Motorräder sind nicht in Studentenbesitz, sondern werden von wissenschaftlichen Mitarbeitern bis hoch zum Professor bewegt. Che Guevara (Mitte) bewegt auch wei­terhin die Studenten. Dass sich der Revolutionär in sei­ner Sturm- und Drangzeit auf einem Motorrad durch Südamerika gekämpft hat, wissen indes wahrscheinlich nur wenige. Und die große Sause zur Uni (unten) findet meist »per pedales« oder dank Semesterticket per Bus oder Bahn statt.

Suzuki GSX-R 1000 (Archivversion)

Mit der GSX-R-1000, neu aufgelegt im Jahr 2001, stellte Suzuki einen ech­ten Kracher auf zwei Räder. Der vom Volksmund »Kilo-Gixxer« getaufte Supersportler schuf neue Maß­stäbe. Die erste Version des Superbikes (Modellcode K1) leistete 160 PS – bei einem Gewicht von rund 200 Kilo. Die 1000er wurde fortan alle zwei Jahre weiter optimiert, leistungs­technisch operiert man mit der K7 von 2007 mittlerweile bei 185 PS. Beim 2001er-Modell bereitete gele­gentlich ein defekter Drosselklap­pensensor Sorgen, ansonsten gilt der Highend-Sport­-ler als sehr robust – ihre Langlaufqualitäten konnte die 2005er-GSX-R (K5) im MOTORRAD-Dauertest über 50000 Kilometer beweisen (Ausgabe 23/2007). Die Preise für die erste Generation der Kilo-Gixxer be-ginnen bei rund 5000 Euro, die K3 wird ab etwa 7000 Euro angeboten, die junge K5 kostet noch happige 8500 bis 10000 Euro.

Daten: Vierzylinder-Reihenmotor, 988 cm³,118 kW/160 PS, Gewicht 201 kg, Tankinhalt 18 Liter,
Sitzhöhe 820 mm, Höchstgeschwindigkeit 287 km/h, Verbrauch Landstraße 5,7 l/100 km (Super)

Kesra Mohsen, 24 (Archivversion)

Studiert Fahrzeug- und Motorentechnik, 5. Semester, Uni Stuttgart
Motorrad: Suzuki GSX-R 1000, Baujahr 2001, gekauft 2007 für 5200 Euro, damaliger Tachostand 19000 km
Gekauft, weil »sie richtig gut aussieht und sich echt klasse fährt«
Fährt rund 10000 Kilometer/Jahr
Bisher gefahren: Suzuki LS 650 Savage, Honda NTV 650 Revere, Honda CBR 900 RR Fireblade
Traummotorrad: momentan kein bestimmtes, aber ein Chopper wird auf jeden Fall noch kommen
Traumtrip: eine Fahrt durch Afrika

Matthias Maier, 21 (Archivversion)

Studiert Maschinenbau, 5. Semester, Uni Stuttgart
Motorrad: Honda CB 500, Baujahr 1997, gekauft 2004 für 1800 Euro, damaliger Tachostand 16000 km
Gekauft, weil »ich ein gutmütiges, zuverlässiges, super Einsteigermotorrad gesucht habe und dieses top gepflegte Garagenmotorrad ein echt faires Angebot war«
Fährt rund 5000 Kilometer/Jahr
Bisher gefahren: Die CB 500 ist die Erste, wird aber gelegentlich durch die väterliche BMW R 1150 RS ersetzt
Traummotorräder: Honda CBR 600 RR und Triumph Daytona 675. Auch die BMW R 1200 S – die Synthese aus Boxer­motor und Sportmotorrad – reizt den angehenden Ingenieur
Traumtrip: ein Burnout auf dem Campus... klingt verlockend!

Honda CB 500 (Archivversion)

Der Wolf im Schafspelz? Hondas einfach gestrickter Reihentwin ist nicht bloß das klassische Brot-und-Butter-Motor­-rad. In einigen europäischen Nachbarländern gab es sogar eigene Cup-Läufe, bei denen die CB 500 um Rennstrecken ge­prügelt wurde. Einschließlich eines 24-Stunden-Rennens in Le Mans, bei dem kein Team wegen technischer Defekte ausfiel. Auch den MOTORRAD-Dauertest über 50000 Kilometer absol­-vierte die Honda überzeugend. Hinterhältige Macken gibt es bei der CB 500 nicht. Von 1993 bis 2003 wurde die 500er verkauft, ab 1993 gab es zusätzlich eine S-Version mit kleiner Frontverkleidung. Auf Rostspuren (besonders im Tank) ist vor allem bei den in Italien gefertigten Modellen ab Baujahr 1997 zu achten. Das Preisgefeilsche beginnt knapp unter der 1000-Euro-Marke, jung und top gepflegt wird die CB 500 für rund 3000 Euro angeboten.

Daten: Zweizylinder-Reihenmotor, 499 cm³,42 kW/57 PS, Gewicht 196 kg, Tankinhalt 18 Liter,Sitzhöhe 790 mm, Höchstgeschwindigkeit 180 km/h,Verbrauch Landstraße 5,3 l/100 km (Normal)

Lutz Ecker, 28 (Archivversion)

Studiert Sozialwissenschaften, 5. Semester, Uni Tübingen
Motorräder: BMW R 1100 GS, Baujahr 1999, gekauft im Mai 2007 für 4300 Euro, damaliger Tachostand 38000 km. Kawasaki ZZ-R 1100, Baujahr 1992, gekauft im Januar 2007 für 1800 Euro, damaliger Tachostand 90000 km.
Gekauft, weil »ich die 1100er-GS schon immer haben wollte und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte. Und bei der ZZ-R musste ich wissen, wie sich 150 PS anfühlen – so angenehm, dass ich es nicht fertig bringe, die Maschine zu verkaufen«
Fährt rund 15000 Kilometer/Jahr, verteilt auf beide Maschinen
Bisher gefahren: nur Hondas – CB 400 N, Transalp 600 V, Africa Twin XRV 750
Traummotorrad: seine BMW R 1100 GS
Traumtrip: auf einer GS durch Südamerika

BMW R 1100 GS (Archivversion)

Der Vierventil-Geländeboxer, gebaut von 1994 bis 1999, wird vor allem wegen seiner hervorragenden Allroundeigenschaften ge­schätzt. Besondere Merkmale sind der wartungsfreie Kardan-Antrieb, bereits Abgasreinigung via G-Kat und das opti­onal erhältliche ABS. Die Gebrauchtpreise erfordern einen hoch­­dotierten Studentenjob. Exemplare von 1994 bis 1997 kosten zwischen 3000 und 4000 Euro. Eine top gepflegte 1100er der letzten Baujahre liegt bei durchschnittlich 4500 Euro. Für echte Geländeabstecher ist die BMW zu schwer, dafür gefällt sie durch Spurstabilität und Handlichkeit auf asphaltiertem, kurvenreichem Untergrund. Nervig ist das Schieberuckeln bei nieder­­touriger Fahrweise, das hakende Getriebe sowie der bisweilen hohe Öl­ver­­brauch – hier ist penible Kontrolle angeraten. Pluspunkte: eine höhenverstellbare Sitzbank und die komfortable Dämpfereinstellung mittels Handrad.

Daten: Zweizylinder-Boxermotor, 1085 cm³,
59 kW/80 PS, Gewicht 262 kg, Tankinhalt25 Liter, Sitzhöhe 840 bis 860 mm,
Höchstgeschwindigkeit 204 km/h, Verbrauch
Landstraße 5,9 l/100 km (Super)

Kawasaki ZZ-R 1100 (Archivversion)

1990 griff die ZZ-R 1100 mit mächtigen 146 PS nach der Highspeed-Krone. Zugleich konnte sie aber auch mit Qualitäten wie ordent­lichem Windschutz und prima Handling locken. Reisende schätzten den Big Four ob des satten Durchzugs, außer­-dem ist die Sitz­position langstreckentauglich. Die Kawa gilt auf dem Gebrauchtmarkt als starker Allrounder zu einem günstigen Preis. Modelle der ersten Jahre werden für überschaubare 2000 bis 3000 Euro angeboten, haben mittlerweile aber weit über 50000 Kilometer auf dem Tacho. Jüngere Exem­plare sind mit rund 3500 bis 4000 Euro noch sehr teuer. Die 1100er gilt als ausgereift und in der Regel standfest. Nur vereinzelt gab es kapitale Motorschäden – meist als Folge von hohen Dauerdrehzahlen (viel Autobahnverkehr) und zu niedrigem Ölstand. Mankos des Sporttourers (bis 2001 im Programm) sind die zu geringe Zuladung und ein zu weich abgestimmtes Fahrwerk.

Daten: Vierzylinder-Reihenmotor, 1052 cm³,107 kW/146 PS,Gewicht 278 kg, Tankinhalt 24 Liter,Sitzhöhe 790 mm, Höchstgeschwindigkeit 283 km/h,Verbrauch Landstraße 6,9 l/100 km (Normal)

Honda CBR 600 F (Archivversion)

Muss man bei supersportlichen Motor-­rä­dern auf den Hauptständer verzichten? Nein. Hondas Dauerbrenner CBR 600 F – seit 1987 fester Programmbestandteil – zeigt, dass sich Dynamik und Praxisnutzen nicht ausschließen. Der Vierzylinder über­-zeugt vor allem durch erstklassige Fahr­eigenschaften und echte Allroundquali­-täten. Über die Jahre stets weiter optimiert, ist seit 1999 das Modell vom Typ PC 35 am Start, das 2001 mit Einspritzanlage und G-Kat nochmals mo­dernisiert wurde. Typische Macken sind bei der CBR 600 F nicht bekannt. Dass die Honda den Spagat zwischen Rennstrecke und Urlaubstour mit Ge­päck­rolle und Sozius mühelos schafft, macht sie zu keiner günstigen Ge­braucht­offerte. Selbst stark beanspruchte 600er aus den späten Achtzigern sind kaum unter 1000 Euro zu kriegen. Solide, gut gepflegte Maschinen der Baujahre 1993 bis 1999 kosten zwischen 2500 und 3500 Euro. Und die empfehlenswertere Einspritzversion der CBR wird zwischen 4500 und 5500 Euro angeboten.

Daten: Vierzylinder-Reihenmotor, 599 cm³,80 kW/109 PS, Gewicht 201 kg, Zuladung 186 kg,Sitzhöhe 805 mm, Höchstgeschwindigkeit 254 km/h,Verbrauch Landstraße 4,8 l/100 km (Normal)

Michael Geckeler, 27 (Archivversion)

Studiert Sportwissenschaft, 7. Semester, Uni Stuttgart
Motorrad: Honda CBR 600 F, Baujahr 2006, neu gekauft 2007 für 6900 Euro
Gekauft, weil »ich schon lange von diesem Motorrad begeistert war und bei diesem Angebot einfach zuschlagen musste«
Fährt rund 5000 Kilometer/Jahr
Bisher gefahren: Suzuki GS 500 E
Traummotorräder: Honda CBR 1000 RR Fireblade im Repsol-Replika-Design und Suzuki GSX-R 1000
Traumtrip: ein Renntraining mit Valentino Rossi


Christian Feller, 21 (Archivversion)

Studiert Technische Kybernetik, 3. Semester, Uni Stuttgart
Motorrad: BMW R 45 S mit Behördenausstattung (Tourenintegralcockpit und Hartschalenkoffer), Baujahr 1982, gekauft 2004 für 2200 Euro, damaliger Tachostand 64000 km
Gekauft, weil »sie eine schöne alte Maschine mit Charakter ist und dann noch Polizei- und Einsatzver­gangenheit hat – das ist Kult, der mich fasziniert. Zudem ist die BMW solide und zuverlässig«
Fährt rund 3500 Kilometer/Jahr
Bisher gefahren: Straßenbahn
Traummotorräder: die K 1200 R in der Power-Cup-Version. Dazu die K 1200 S und eine R 51. Eine Triumph Rocket III, die KTM 990 Super Duke R und ’ne MV Agusta F4 1000... Und irgendwann selbst eine alte Maschine restaurieren.
Traumtrips: eine Tour durch Schottland, Schweden und Norwegen. Neuseeland wäre auch ein Erlebnis

BMW R 45 S (Archivversion)

1978 wurde die R 45 vorgestellt – ein Boxer, mit dem BMW auch in den kleinen PS-Klassen Fuß fassen wollte. BMW-typisch war die solide Verarbeitung und ein für damalige Verhältnisse gutmütiges und handliches Fahrwerk. Im MOTORRAD-Langstreckentest von 1979 hinterließ der Boxer einen standfesten Ein­druck. Mit geringem Reifenverschleiß, wenig Ölverbrauch und akzeptablen Verbrauchswerten konnte die R 45 besonders bei den Reisefans punkten. Ein Schwachpunkt sind Ventilschäden, die besonders bei starker Dauerbelastung (hohe Drehzahlen) drohen. Die bis 1985 angebotene R 45 wird oft zu Lieb­haberpreisen gehandelt. Da sich das Modell häufig im Polizeieinsatz befand, ist es lohnenswert, nach einer ausgemusterten Behördenmaschine Ausschau zu halten, die »von Staats wegen« online unter www.vebeg.de versteigert werden.


Daten: Zweizylinder-Boxermotor,473 cm³, 26 kW/35 PS, Gewicht 206 kg,Tankinhalt 22 Liter, Sitzhöhe 830 mm,Höchstgeschwindigkeit 160 km/h, Verbrauch
Landstraße 5,6 l/100 km (Super)

Mike Kirchner, 25 (Archivversion)

Studiert Jura, 10. Semester, Uni Tübingen
Motorrad: Yamaha XJ 600 S Diversion, Baujahr 1992, gekauft 2003 für 1200 Euro, damaliger Tachostand 49000 km
Gekauft, weil »sie vor allem günstig war«
Fährt rund 6000 Kilometer/Jahr
Bisher gefahren: Die Diversion ist die Erste
Traummotorrad: Yamaha Fazer 1000 – und eine Suzuki GSX-R muss auf jeden Fall noch kommen...
Traumtrips: einmal die 300-km/h-Schallmauer knacken und endlich die lang ersehnte Tour rund um den Bodensee. Seit Jahren auf dem Programm, bislang noch nie geschafft

Yamaha XJ 600 S Diversion (Archivversion)

Sie ist wie das solide Stammessen in der Mensa: keine Gourmetküche, aber es schmeckt und macht satt. Die XJ 600 ist ein insgesamt problemlos zu händelndes Universaltalent, das sowohl für die Fahrt zur Uni wie auch bei kleinen Exkursionen in den Semesterferien gefällt. Das Angebot ist reichhaltig, die Preise für die ersten Baujahre ab 1991 liegen zum Teil unter 1000 Euro. Großer Schwachpunkt ist das zu lasche Fahrwerk, das sich aber mit Zubehör­teilen erfolgreich optimieren lässt. Empfehlenswert ist die Diversion ab Baujahr 1998 mit straffer abgestimmter Gabel und Doppel- statt wie bisher Einscheibenbremse vorn. Nervig: Bei schneller Autobahnfahrt kratzt der Verbrauch an der Zehn-Liter-Marke. Bis Baujahr 1996 sollte man bei der Besichtigung auf poröse Gummileitungen der Vergaserbeheizung achten.

Daten: Vierzylinder-Reihenmotor, 599 cm³,45 kW/61 PS, Gewicht 229 kg, Tankinhalt 17 Liter, Sitzhöhe 790 mm, Höchstge­schwindig­keit 188 km/h, Verbrauch Landstraße 6,0 l/100 km (Normal)

Peter Sajevicz, 29 (Archivversion)

Studiert Mathematik, 3. Semester, Uni Stuttgart
Motorrad: BMW R 1150 GS Adventure, Baujahr 2005, neu gekauft für 16500 Euro
Gekauft, weil »ich mir damit einen alten Traum erfüllt habe«
Fährt rund 14000 Kilometer/Jahr
Bisher gefahren: Die GS ist das erste Motorrad
Traummotorrad: immer noch die 1150er-GS, »mit der ich restlos zufrieden bin«
Traumtrip: eine mehrwöchige Europatournee durch die Schweiz, nach Italien, über Frankreich und Spanien bis an den Atlantik nach Portugal und wieder zurück

BMW R 1150 GS Adventure (Archivversion)

2002 wird der 1999 eingeführten R 1150 GS das Sondermodell Adventure zur Seite gestellt. Mit einem opulenten Ausstattungs-paket (White-Power-Federbein, Alu-Schutzwanne für den Motor, Stahlflexleitungen) wollte man die GS-Fans noch gezielter auf Fernreise einstimmen. Als Extra-Ausstattung gab es den Abenteuer-Boxer mit 30-Liter-Tank, Alu-Koffersatz und dem neuen Teil­integral-ABS, das zusammen mit den Heizgriffen von vielen Käufern mitgeordert wurde. Die 1150er-GS gilt generell als robust und läuft bei guter Pflege locker 100000 Kilometer und mehr. Zu achten ist auf Ölaustritt am Hinterachsgetriebe und die Einhaltung der Inspektionstermine. Der Werterhalt ist BMW-typisch hoch. Die 1150er-Adventure war bis 2006 im Programm und kostet gebraucht stolze 6500 bis 8500 Euro.

Daten: Zweizylinder-Boxermotor, 1130 cm³,63 kW/86 PS, Gewicht 301 kg, Tankinhalt 30 Liter, Sitzhöhe 905 mm, Höchstgeschwindig-keit 187 km/h,Verbrauch Landstraße 5,8 l/100 km (Super)

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