Studie Moto Guzzi Technocustom

Das Comeback

Moto Guzzi wird in den nächsten Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Erste Vorboten stehen auf der Messe Intermot. MOTORRAD enthüllt schon jetzt die Zukunftsvision Technocustom

Seit Aprilia vor knapp zwei Jahren Moto Guzzi übernommen hat, werkeln die Norditaliener im Verborgenen an neuen Motorrädern. Der Marke soll wieder jener Glanz verliehen werden, der bis Ende der Siebziger Jahre strahlte. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben, und wenn man sich die in MOTORRAD 16/2002 vorgestellten möglichen Motorenkonzepte vor Augen führt, dürfte der letzte Zweifel ausgeräumt sein.
Allerdings, das Ergebnis der MOTORRAD-Umfrage im Internet spricht eine andere Sprache (siehe Kasten rechts). Die User von motorradonline.de votieren eindeutig für das bestehende konzept des 90-Grad-V2 mit längsliegender Kurbelwelle. So kann die hier präsentierte Studie nur als mutig bezeichnet werden, bricht sie doch mit jeglicher Moto Guzzi-Tradition: die Technocustom ist ein echtes Muscle Bike.
Als Antrieb dient der altbekannte Vierventil-V2-Motor der Daytona, bislang der stärkste Serienmotor, der jemals die Hallen von Mandello del Lario verlassen hat. Als tragendes Element wird er in ein Fahrwerk aus charakteristisch geformten Stahlrohren integriert. Der flache Tank und die zierliche Sitzbank rücken das dominierende Design-Element ins richtige Licht: So eine mächtige Auspuffanlage hat es noch an wenigen Motorrädern bisher gegeben. Da wurde ein ordentliches Stück Rohr abgeschnitten für diesen, wohl als Reminiszenz an seelige Lafranconi-Zeiten, mit einem Propeller im Endstück ausgestattenen Ofenrohr.
Auch sonst gibt`s bemerkenswertes an der Guzzi zu entdecken. Eine Upside-Down-Gabel führt das Voderrad, eine Einarmschwinge das Hinterrad. Sehr kleine Instrumente informieren über das Nötigste, und der Scheinwerfer schaut ziemlich animalisch aus einem dicken Chromring.
Moto Guzzi ist gespannt, wie die Studie auf der Intermot ankommt. Unser Informant kolportierte, dass neben der Technocustom eine weitere Studie aus dem Sportlersegment stehen wird. Und dass Moto Guzzi zum erstenmal einen neuen wassergekühlten V2-Motor zeigen wird, mit satten 1400 cm3 und 120 PS.
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Online-Votum: klare Sache

Fünf Motorenkonzepte stellte MOTORRAD seinen Online-Usern zur Wahl. Welches Triebwerk soll in Zukunft die bulligen Fahrzeuge der Traditionsmarke Moto Guzzi antreiben? Das Ergebnis war erstaunlich eindeutig: fast 75 Prozent der über zweitausend Teilnehmer favorisieren einen 90-Grad-V2-Motor mit längs liegender Kurbelwelle. Also genau jenes Prinzip, das Moto Guzzi seit Ende der 60er-Jahre so erfolgreich praktizierte. Legendäre Maschinen wie die Le Mans, die V7 Sport, die California und die T-Modelle haben sich eben unauslöschlich in die Gerhirnwindungen der Motorradgemeinde gebrannt.Weit abgeschlagen dagegen alle weiteren Konzepte. Selbst der 120-Grad-Weitwinkel-V mit querliegender Kurbelwelle, mit dem Guzzi auf der Isle of Man die TT gewann, hatte bei den Onlinern keine Chance. Durchgefallen auch die V4 und V6-Version, ebenso wie der liegende Reihendreizylinder, den es in den späten 50ern als GP-Maschine gab.

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