Studie Suzuki B-King (Archivversion) Schwarz, breit, stark

Suzuki definiert den Begriff Kraftfahrzeug neu und zeigt auf der Tokyo Motorshow die muskelbepackte Studie B-King, ein Beschleunigungsmonster mit aufgeladenem Hayabusa-Motor.

Bulldog, Beast, Brutale – die Marketingstrategen landeten auf der Suche nach einem möglichst martialischen Namen in letzter Zeit auffallend häufig beim Anfangsbuchstaben B. So auch Suzuki. Aber was die Japaner unter der relativ harmlosen Bezeichnung B-King auf die Räder gestellt hat, macht die Bulldog zum Schoßhündchen, lässt die Beast aus der Hand fressen und die Brutale geradezu niedlich erscheinen. B steht bei Suzuki erstens für Boost: Die gewaltige B-King soll der König des Dragstrips sein, dessen 240er-Hinterradreifen den Asphalt zum Glühen bringt. Letzte Zweifel, ob dazu ein Hayabusa-Triebwerk reicht, räumt ein hinter dem Zylinderblock angeordneter Kompressor beiseite. Der dürfte die Leistung locker auf 250 PS hieven. Auf dem Dragstrip könnte das Machobike endlich ein legitimer Nachfolger der in Würde ergrauten Yamaha Vmax werden.B steht zweitens für Beauty. Wobei sich über Geschmack natürlich streiten lässt, aber ein Designermotorrad will die B-King auch gar nicht darstellen. Die Absenz jeglicher Farbe unterstreicht den aggressiven Auftritt. Selbst Lampen und Blinker sind farblos, LED-Blinker und -Rückleuchte erstrahlen erst bei Betätigung. Der Materialmix ist strikt reduziert: Karbon, Aluminium, Edelstahl und Leder sind die Stoffe, aus denen der Dragster-Traum erschaffen wurde. Drittens hat der Muskelprotz etwas in der Birne: B steht nämlich auch für Brain. Was ausgeklügelte Elektronik bedeutet, vom Internetzugang bis zum interaktiven Datenübertragung. Ein Schlüssel ist nicht vorgesehen, der Fingerabdruck legitimiert den Fahrer. Macht sich ein Unbefugter am Motorrad zu schaffen, wird eine Alarmmeldung zum Handy ausgelöst. Über Mikrofon und Lautsprecher am Motorrad können allzu neugierige Interessenten verwarnt werden. Via Mobiltelefon ist auch die telemetrische Datenübertragung möglich. Kingt futuristisch und bleibt es vorerst auch, denn die B-King ist eine reine Studie. Aber sicher hat sie wie jede Fingerübung der Entwicklungabteilung den Sinn, die Resonanz zu testen.

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