Studien und Prototypen (Archivversion) Leicht-Gewichte

Auf der Messe Intermot in München präsentierten Hersteller
Prototypen, die Trends zwischen Supermoto, Scrambler und motorisiertem BMX-Rad setzen. Allesamt fliegengewichtige Spaßgeräte, die die Lust aufs Biken mit Ein- und Zweizylindern neu beleben. Darunter endlich wieder ein Motorrad aus Spanien: Derbi zeigte den Prototyp Mulhacén 659 im Dirttrack-Stil.
Als Antrieb dient Yamahas wassergekühlter Vierventil-Einzylinder mit 659 cm3 und 48 PS. Die Entwickler verschönerten ihn mit sorgfältig gestalteten Gehäusedeckeln, setzten den Single in einen unten offenen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen und stellten das Motorrad auf 18-Zoll-Räder. Details: radial befestigte Scheibenbremsen in Wave-Form, seitlich angebrachtes Zentralfederbein mit progressiver Hebelumlenkung, Upside-down-Gabel. Benannt wurde der 160 Kilogramm schwere Scrambler, der sich sowohl für die Straße als auch für Schotter bestens eignen soll, nach der höchsten befahrbaren Pass-Straße in Europa, dem
3482 Meter hohen Mulhacén in Spaniens Sierra Nevada. Derbi
will mit der eigenwilligen Interpretation eine neue Modellfamilie gründen und wird voraussichtlich zunächst eine 250er mit dieser Optik und Technik bauen.
Motorrad pur nennen ihre Entwickler die Vun aus Mailand.
Der Mix aus Supermoto, Scrambler und Streetfighter stammt
aus der kleinen Schmiede CR&S (Cafe Racers & Superbikes)
und wird vom Ex-Grand-Prix-Team Paton gebaut. Befeuert wird das Teil vom Einzylinder der BMW F 650, dessen Leistung CR&S mittels Marelli-Einspritzung, einer 52-Milllimeter-Drosselklappe, neuer Airbox, gerändertem Kennfeld und anderem Auspuff von
50 auf 55 PS verbesserte. Das nur 130 Kilogramm schwere Bike istals reinrassiger Kurvenräuber konzipiert. »Vun« heißt »eins«
im Maliänder Dialekt, so benannt, weil es sich um einen Eintopf, einen Einsitzer und – laut CR&S – um ein einzigartiges Projekt handelt. Internet: www.crs-motorcycles.com.
Yamaha stellte drei Versionen der Tricker vor, die alle mit einem 249-cm3-Einzylinder-Viertaktmotor ausgerüstet sind. Derzeit ist die 110 Kilogramm leichte Tricker nur in Japan erhältlich, aber Yamaha überlegt, sie auch in Europa einzuführen. Das Konzeptrad Air Tricker entwickelten Techniker extra für den hiesigen Markt. Das Mini-Bike mit Karbonrahmen, das nur 90 Kilo wiegt, soll für Stunts bestens geeignet sein. Auch die Tricker Pro ist mit Karbonteilen, Alutank und -schwinge nur 94 Kilogramm schwer.
Weiterer Blickfang: Aprilias Supermoto-Renner SXV mit
wassergekühltem 77-Grad-V2, Upside-down-Gabel und progressivem Zentralfederbein, der in der Supermoto-WM mitmischt. Ursprünglich wollten die Italiener in München die Serienversion der SXV vorstellen, doch wegen der finanziellen Krise des
Herstellers verschiebt sich die Produktion um ein Jahr. Dann
will Aprilia außer der Supermoto auch eine Enduro bauen, beide mit je 450 und 550 cm3 Hubraum.

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