Honda gewährt auf der Eicma 2010 einen recht konkreten Blick in die nahe Zukunft.

EICMA 2010: Studien von BMW, Honda und Husqvarna Crossover-Konzepte von BMW, Honda und Husqvarna

Ein Crossover-Konzept hatte Honda angekündigt und dann drei Motorräder präsentiert, die über Kreuz verschiedene Segmente bedienen, darunter zwei Studien. Auch die Designer von BMW und Husqvarna waren querdenkend kreativ.

Foto: Honda
Honda gewährt auf der Eicma 2010 einen recht konkreten Blick in die nahe Zukunft.
Honda gewährt auf der Eicma 2010 einen recht konkreten Blick in die nahe Zukunft.

Die meisten Beobachter hatten ein Serienmotorrad mit dem Motor der VFR 1200 F erwartet, nachdem Honda zur EICMA die Präsentation eines Crossover Concept angekündigt hatte. Zumal Gerüchte über eine Reiseenduro mit dem großen V4-Motor seit langem nicht verstummen. Wie sich gezeigt hat, stimmen Ankündigung und Gerücht, sie betreffen allerdings unterschiedliche Motorräder und umfassen einen weiteren Bereich als angenommen. Crossrunner heißt die Serienmaschine Crosstourer Concept die Studie.

Endlich eine Varadero-Nachfolgerin, deren mächtige Gestalt mit einer entsprechenden Motorisierung einhergeht und die über Kardanantrieb verfügt. Das in der VFR 1200 F DCT erstmals angebotene Doppelkupplungsgetriebe mit all seinen Möglichkeiten automatischer und manueller Gangschaltung steht ebenfalls zur Verfügung und einer großen Reiseenduro auch gut zu Gesicht. Und trotz ihrer beeindruckenden Größe wirkt die Studie dynamischer als die rundliche Varadero.

Dabei ist das Design noch nicht endgültig. Honda-Mitarbeiter erzählten jedem, der sie auf das schon serienmäßig wirkende Finish ansprach, das Äußere der Studie werde zurzeit noch "sehr zu deren Vorteil" überarbeitet. Auch sei die Serienausstattung mit Kreuzspeichenrädern noch keinesfalls sicher; bei den Überlegungen dazu mögen BMW-Patente ebenso eine Rolle spielen, wie die Tatsache, dass Gussräder mittlerweile leichter sind als Drahtspeichenräder, die dank ihrer Elastizität wiederum besser für den Offroad-Einsatz geeignet sind.

Verbindungen zwischen verschiedenen Gattungen von Zweirädern zu schaffen, ist auch das Ziel des New Mid Concept. Wie die glücklose DN-01 verbindet sie Elemente aus dem Motorrad- und dem Rollerbau, sie tut dies aber viel eleganter. Obgleich auch sie aussieht, als könne sie morgen schon vom Band laufen, ist sie wohl noch weit davon entfernt. Auf die Frage nach dem Antrieb reagieren Honda-Sprecher ausweichend. Fest steht der Einsatz des Doppelkupplungsgetriebes statt der stufenlosen Automatik der DN-01.

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Foto: Hersteller

Ohne von der New Mid Concept etwas gewusst zu haben, kamen die BMW-Designer bei ihrer Studie eines Großrollers, Concept C genannt, mancher Honda-Lösung ziemlich nahe. Etwa bei den seitlich weit herumgezogenen Verkleidungsflanken oder den großen Rädern. Der Antrieb des Fahrzeuges ist ebenfalls noch im Entstehen; man spricht von einem 650er-Zweizylinder, der extra entwickelt wird, nachdem Versuche mit F-800-Motoren in einem Yamaha Tmax 500 keine guten Ergebnisse brachten.

Fest steht, so BMW-Motorrad-Chef Hendrik von Kuenheim, der Einstieg der Bayern in das Segment der Großroller. Last but not least erregte die Husqvarna-Konzeptstudie Mille3 schon vor ihrer Enthüllung großes Aufsehen. So klein und niedrig wie das unbekannte Fahrobjekt unter seinem Seidentuch stand, konnte es keine typische Husky sein, nicht so schmal und hoch wie die bekannten Offroad- und Supermoto-Modelle. Und tatsächlich, was da zum Vorschein kam, steht wie ein kleiner Powercruiser auf den Rädern. Lang, vorn dank ausgestellter Luftführungen massig, nach hinten immer schlanker werdend. Abgesehen vom Hinterradreifen, der sich breit über ein Drahtspeichenrad spannt.

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Die in einem Schwung nach hinten durchgezogenen Seitenverkleidungen sind von den Offroad-Serienmodellen abgeleitet, ebenso die schmale Sitzbank. Der Motor ist ohne Beispiel. Ein Dreizylinder-V, bestehend aus drei aktuellen Einzylindern der Marke. In großem Abstand nebeneinander liegend, recken zwei von ihnen ihre Köpfe nach vorn, dazwischen steht der dritte Zylinder nach oben. Schiere dominante Mechanik; es ist fast schon egal, ob dieser Motor läuft oder nicht, und dass er so in Serie geht, ist sowieso unwahrscheinlich. "Wir wollten zeigen, dass wir auch anders können", sagte Design-Chef Raffaele Zaccagnini, doch möglicherweise soll die Studie ja auch auf ein künftiges Straßenmodell hinweisen. Es braucht zwar Fantasie, den Dreizylinder als Symbol für den Motor der BMW-F-800-Reihe zu interpretieren, ganz aus der Luft gegriffen ist diese Deutung jedoch nicht, da der Reihenzweizylinder mit seiner Ausgleichsmasse eine ähnliche Kurbelwellenkonstruktion braucht wie der V3. Außerdem laufen bei Husqvarna schon Prototypen einer Supermoto mit F-800-Motoren.

Hier geht's zu den Vorstellungen der Konzeptstudien:




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