Superbike Vierzylinder (Archivversion) Mehr oder weniger dem Untergang geweiht

Was ist nur aus dieser Klasse geworden? Die Superbikes, einst unangefochtene Herrscher der Rennstrecken, sind in die Mittelmäßigkeit abgerutscht. Wären da nicht Suzuki-Ingenieure, die Jahr um Jahr versuchen, der Königsklasse im Viertakt-Rennsport neues Leben einzuhauchen, sie würden längst keine Rolle mehr spielen. Zumindest nicht in den Verkaufsstatistiken der Importeure.Bestes Beispiel dafür: Honda. Bereits vor zwei Jahren nahm man die RC 45 aus dem Programm. Und das, obwohl John Kocinski 1997 endlich den heiß ersehnten WM-Titel für Honda gewann.Nichtsdestotrotz: Die Arbeit scheint sich für Suzuki zu lohnen. Zumindest kommt man im seriennahen Breitensport an der GSX-R 750 kaum vorbei. Und beim Schlagabtausch in Spanien unterstreicht die GSX-R einmal mehr ihre Vormachtstellung. SpitzennNoten für Fahrwerk und Motor bescheren ihr den dritten Rang in der Punktewertung.Auch die Rundenzeiten können sich sehen lassen. Dabei profitiert die Suzuki vom direkten Ansprechverhalten der neuen Einspritzung und von ihrem gnadenlos drehfreudigen Motor. Einziger Schwachpunkt: die stark nachlassenden Bremsen. Allerdings wirkt sich das diesmal kaum auf die Rundenzeiten aus, da pro Fahrer nur drei Runden gezeitet werden.Wenig ruhmreich das Abschneiden der beiden anderen Vierzylinder. Irgendwie entsteht da der Eindruck, als habe sowohl Kawasaki als auch Yamaha die einstigen Superstars bereits abgeschrieben. Nicht die geringsten Modifikationen wurden ihnen in den letzten Jahren zuteil. Mögen sich die beiden in der Superbike-WM noch recht passabel schlagen: Hier gehören sie zu den großen Verlierern.Vor allem die ZX-7R enttäuscht durch störrisches Handling, extrem schlechte Gasannahme im mittleren Bereich und grausame Lastwechselreaktionen beim Gasanlegen in Schräglage. Dazu diese dösige Motorcharakteristik und schlecht zu dosierende Stopper am Vorderrad. Die schlechten Rundenzeiten sprechen für sich. Schlimmer jedoch: Der Fahrspaß bleibt komplett auf der Strecke.Etwas spaßiger, aber noch langsamer: die Yamaha YZF 750 R. Allerdings könnte sie - trotz des viel zu schlappen Fahrwerks und des wenig spritzigen Motors - die ZX-7R sogar besiegen. Wenn, ja wenn da nicht dieser riesige Auspufftopf wäre, der funkensprühend über den Asphalt schrappt und größere Schräglagen verhindert. Wie im Falle der YZF 600 R bleibt auch hier nur die Hoffnung auf eine Nachfolgerin im R1-Trimm.

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