Suzuki Bandit (Archivversion) Steht einfach da und verströmt schon im Stand enorme Kraft

Wassergekühlt, 400 Kubik, 59 PS, unverkleidet – so präsentierte sich die erste Bandit 1989 im fernen Japan. Wegen »zu geringer Absatzchancen« verzichtete der deutsche Importeur auf die Einfuhr. Die übernahmen die Grauimporteure 1990. Und zwar so erfolgreich, dass die Bandit 400 im darauf folgenden Jahr auch offiziell auf 50 PS gedrosselt über die Suzuki-Händler vertrieben wurde. Auszug aus MOTORRAD 26/1990: »Die Entscheidung, die 400er offiziell nach Deutschland zu importieren, hat einen Stein ins Rollen gebracht, ja vielleicht sogar eine Lawine ausgelöst.« Der Weissager heißt Michael Schäfer und war damals Testredakteur.
Rund 15 Jahre nach diesen Zeilen lässt sich diese gewaltige Lawine in Zahlen
fassen: Zirka 80000 Banditen räubern auf Deutschlands Straßen. Von der 400er über die 600er, die neuere 650er bis zur 1200er. Allein vom Flaggschiff setzte Suzuki in den letzten zehn Jahren etwa 34000 Exemplare ab. Vertriebsmanager Bert Poensgen hat den Erfolg seiner Banditen einmal in knappe Worte gefasst: »Der erste Eindruck ist der wichtigste.«
Der erste Eindruck. Aha! Für Fans
unverkleideter Motorräder waren und sind alle Bandits eine Augenweide. Klassisch-schlicht gestaltet. Kein Schnickschnack. Keine Blenden. Keine Ziernähte. Vor allem die seit mittlerweile zehn Jahren erhältliche 1200er mit ihrem mächtigen Motor als
Eyecatcher suggeriert wie nur wenige
andere Bikes schon im Stand unglaubliche Kraft. Beim ersten Test der 1200er-Bandit in Heft 10/1995 beschrieb es Redakteur Jürgen Schmitz so: »Aus schmalhüftigem Kurbelhaus wächst die breite Brust der Zylinderbank, gekrönt von einem charaktervollen Kopf mit klassischem Doppelnockenwellenprofil. Vom Zylinderfuß aufwärts ist das Ganze überwuchert von einem
engmaschigen Rippendickicht – nicht nur zur Zierde, sondern als unverzichtbarer Bestandteil, der für eine Suzuki-Motorengeneration typischen Luft/Ölkühlung.«
Das also war und ist es: simple Kühlrippen. Kein nervendes Lüfterkonzert. Kein mansgrauer Plattenbau. Ein grundehrlich und charmant wirkender, bärenstarker
Motor, der wie kein anderer den Brückenschlag zwischen Nostalgie und Moderne schafft. Die 1200er-Bandit hat bis heute nichts von ihrem Charme verloren und taucht seit Urzeiten in den Top Ten der
Zulassungsstatistik auf.
Wie wird es weitergehen? Bert Poensgen ist zuversichtlich: Die Erfolgsgeschichte der Bandit ist trotz schärferer Schadstoff- und Geräuschgrenzwerte noch nicht zu Ende. Das könnte man so interpre-
tieren: Die Legende soll wassergekühlt
und per Einspritzung gefüttert weiterleben. Natürlich mit Kühlrippen. Danke dafür.

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