Suzuki DR 650 (Archivversion)

Jeden Tag ein kleiner Erfolg – das ist ein Weg zum Glück. Bei den 1990 eingeführten DR 650 R und RS (mit rahmenfester Halbschale) darf man es durchaus als Erfolg feiern, den 46 PS starken Single mit einem Tritt zum Leben zu erwecken. Diese unter Umständen schweißtreibende Übung sagt jedoch nicht jedem zu. Es geht aber auch anders: Ab Baujahr 1991 erhielt die straßenorientiertere RS einen E-Starter und aufgrund dessen das Kürzel RSE. Per Knopfdruck wird man unterm Strich doch glücklicher, weshalb auch die meisten puristischen R-Fans die ab 1994 hinzugekommene Alternative zum Kickstarter der DR 650 RE zu schätzen wussten.

Als Gebrauchtkäufer sollte man jedenfalls berücksichtigen, dass die archetypische Weise, ein Motorrad per Fußhebel anzulassen, etwas Geschick, Mut und manchmal auch Geduld erfordert. Läuft die DR 650, ist es ein Leichtes, sich mit ihr anzufreunden. Der starke Einzylinder beschleunigt die vergleichsweise leichte Maschine mit einem Vorwärtsdrang, wie es bei gesitteten Mittelklassemotorrädern ansonsten eher selten ist. Da die Federwege für Geländeausritte ausgelegt sind, lässt sich die DR auch auf flickgeschusterten Landstraßen komfortabel und flott bewegen. Auf RS und RSE mit gutem Windschutz kann man sich daher getrost von touristischen Hauptwegen fernhalten. Mit der R und RE sowie der richtigen Bereifung sind gar echte Enduro-Wanderungen möglich (natürlich nur dort, wo es noch erlaubt ist).

Zuverlässig sind die 650er, sofern Wartung und Pflege stimmen. Beim Kauf prüfen (Serviceheft, Werkstattprotokolle!), ob Profis die Öl-Steigleitungen zum Zylinderkopf regelmäßig kontrolliert haben, sonst drohen kapitale Motorschäden. Klingt der Single jedoch gesund, lassen sich mit oder ohne Kickstarter jede Menge Kicks holen.

Plus:
Sitzposition für große Fahrer ab 1,85 Meter sehr angenehm
Gewicht gering, gutes Handling
Motor robust und mit ordentlichem Punch

Minus:
Kickstarter nervt im Alltag
Einzylinder bedarf aufmerksamer Wartung
Rost ist ein Problem, besonders an Auspuff, Schwinge und Rahmen

Marktsituation:
Händler lassen oftmals die Hände von der Einzylinder-Maschine, die meistens mit höheren Laufleistungen (über 30000 Kilometer) angeboten wird. Bei ihnen finden sich selten Exemplare unter 1200 Euro. In den Anzeigen von Privatanbietern sind die Preisvorstellungen des Öfteren überzogen, wenn mehr als 1500 Euro für eine 15 Jahre alte DR 650 aufgerufen werden. Ein Anruf lohnt deshalb, per Telefon lassen sich eventuell realistischere Preise ermitteln. Das Angebot an Maschinen um 1000 Euro ist mittelhoch, die Nachfrage in der Regel gering. Vertrauenswürdige Pflege- und Wartungsnachweise sind von Vorteil.

Daten:
Luft-/ölgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, 641 cm³, 34 kW (46 PS) bei 6800/min, Gewicht 184 kg, Zuladung 181 kg, Tankinhalt/Reserve 20/4 Liter, Sitzhöhe 900 mm, Höchstgeschwindigkeit 145 km/h, Verbrauch (Landstraße) 5,7 l/100 km, Normalbenzin

Fansites: www.dr-650.de
Gebrauchtangebote: http://markt.motorradonline.de/bike1236.htm

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