Suzuki GSX 1100 F (GK) (Archivversion)

1100 F-Treiber nehmen gern eine Begleitung mit, treiben es aber auch mal gern allein. Und schrauben und tüfteln gern, wenn sie nicht gerade auf Urlaubsfahrt sind.

1989 kaufte ich die erste von insgesamt fünf Suzuki GSX 1100 F. Es handelte sich um eines der ersten Modelle, deren eklatante Fahrwerksschwächen allerdings durch Suzuki-interne Maßnahmen bereits beseitigt worden waren. Die GSX 1100 F war für mich der ideale Kompromiß zwischen einer relativ sportlich zu fahrenden Maschine imj Solobetrieb und einem bequemen Tourer zu zweit. Zwei Maschinen habe ich offen mit 138 PS gefahren, die letzten hatten nur 98 PS. Zum einen hatte ich bei Fahrten in den Bergen dann einen besseren Duchzug, zum anderen konnte ich es mir so leisten, das Motorrad ganzjährig angemeldet zu lassen. Die GSX hatte einige Mängel: So vermißte ich einen Benzinhahn mit Reservestellung, um bei stark unterschiedlichem Benzinverbrauch je nach Fahrweise auf der sicheren Seite zu sein. Größtes Manko war die mangelnde Bodenfreiheit. Leichte Abhilfe brachte zuletzt die stärkere Feder des R-Modells hinten. Den Anschlag des Seitenständers feilte ich etwas ab, damit die Maschine sicherer stand. Beim letzten Modell montiere ich einen Tourensport-Lenker von LSL. Die Handgelenke wurden entlastet, das Handling besser. Beim Modelljahr 1991 hatte ich Schwierigkeiten mit den Zündspulen, die im unteren Drehzahlbereich Aussetzer produzierten.Horst Schreier, NürnbergAnfang 1996 entschieden meine Frau und ich uns zum Kauf einer Suzuki GSX 1100 F, Baujahr 1994, mit 17 000 Kilometern auf dem Tacho. Seitdem sind wir die gleiche Anzahl von Kilometern damit gefahren. Anfangs nervte uns der ständig leichte Vortrieb der Maschine auch im Leerlauf und bei gezogener Kupplung. Ein neuer Kupplungslamellensatz des R-Modells von Lucas für ganze 156 Mark beseitigte das Problem. Diverse Schrauben der Verkleidung verabschiedeten sich während der Fahrt, was für die Seitenverkleidungsteile existentiell bedrohlich wird. Seitdem wir lange Schrauben und Loctite verwenden, ist Ruhe. Nach Regenfahrten kam es vor, daß die elektrisch verstellbare Scheibe nach Einschalten der Zündung selbständig nach oben fuhr und blockierte, bis der Stellmotor qualmte. Seitdem ich neue Kabel bis in den E-Motor verlegt und gelötet habe und wasserdichte Steckverbindungen benutze, ist dieses Phänomen nicht wieder aufgetreten. Bei 32 000 Kilometern hatte der Motor statt 138 PS nur noch 88. Die verschlissenen Vergasermembranen samt Gasschieber (eine Einheit) wurden für 1000 Mark ersetzt. Meine Frau - eigentlich überzeugte Autofahrerin - behauptet zu meinem Entsetzen, die Sitzposition auf der F sei so gut und sicher wie in ihrem Wagen.Ute und Wolfgang Oed, Morsum Seit gut eineinhalb Jahren besitze ich eine 1100 F, Baujahr 1988, Kilometerstand 80000. Die Maschine ist vorn mit Gabelfedern und hinten mit einem Federbein von White Power ausgesrüstet. Den Serienlenker tauschte ich gegen ein Superbike-Exemplar von LSL, womit sich das Handling entscheidend verbesserte. Die zu kurze Sekundärübersetzung änderte ich durch ein Kettenblatt mit 48 statt der serienmäßigen 52 Zähne - ergibt eine Drehzahlsenkung von zirka 400/min. Eindeutiger Schwachpunkt sind einlaufende Nockenwellen, was durch exakte und häufige Ventilspielkontrolle kompensiert werden kann. Die Ventildeckelschrauben sollte man ohne Drehmomentschlüssel mit Gefühl festziehen, denn die Gewinde befinden sich direkt in den Nockenwellenlagerdeckeln und reißen gern aus ihrer Vernietung. Membrane und Gasschieber gibt es nur als komplettes Ersatzteil. Um bei einer defekten Membrane Kosten zu sparen, kann man die alte Fixierplatte nehmen und an die Stelle, wo die beiden Kunststoffnieten sitzen, jeweils ein Loch von zirka drei Mllimeter Stärke bohren. Dann kann man die neue Membrane penibel ausrichten und mit zwei passenden Blechschrauben am Schieber festschrauben. Natürlich müssen letztlich noch die Schraubenspitzen plangeschliffen werden.Ralf Tausche, Bremen

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