Suzuki GSX 600 F (GK) (Archivversion)

Trotz Beschwerden über einreißende Vergasermembranen, Rost und Fertigungsmängel ist das Gros der Suzuki GSX 600-Fahrer zufrieden. Gerade Leute, die selbst schrauben oder das Outfit verändern, wissen die kostengünstige Alternative zur den teueren Supersportlern zu schätzen.

Im März 1989 kaufte ich mir eine neue GSX 600 F. Bis jetzt habe ich knapp 95 000 Kilometer mit dem Gerät abgerissen. Bis 6000 Umdrehungen fährt sie wie ein 34-PS-Moped; ab 7000/min hat sie eine Entscheidungskrise, aber dann geht’s richtig los. Der Werkstattärger begann nach 30 0000 Kilometern: Das Auftreten klackernder Geräusche im Motor, Leistungsverlust und der steigende Benzinverbrauch (bis zu 12 Litern) konnte von keiner Werkstatt behoben werden. Wie sich später herausstellte, waren eine Vergasermembran und der Steuerkettenspanner hinüber. Für das erfolglose Suchen blätterte ich bei diversen Werkstätten immerhin zusammen 1600 Mark hin. Darauf besorgte ich mir für 136 Mark ein Werkstatthandbuch, vertraute auf meine Werkzeugmacher-Kenntnisse und zerlegte meine GSX, wobei sich so allmählich auch der gewünschte Erfolg einstellte. Steuerkettenspanner 116 Mark, Vergasermembran 240 Mark, Lenkkopflager 65 Mark. Seit dieser Zeit schraube ich nur noch selbst. Nach 42 000 Kilometern war die nächste Membran hinüber. Wobei ich dann gleich alle restlichen Membranen austauschte, was mit 900 Mark Kosten zu Buche schlug. Damit ich zum Luftfilterwechseln nicht immer die hinteren Seitenverkleidungsteile abbauen muß, habe ich zwei Löcher in Höhe der seitlichen Verschraubungen des Luftfilterkastens gebohrt und die Langlöcher an der Tank-Sitzbank-Hallterung ausgefeilt. Somit läßt sich dieses Teil recht einfach und schnell zum Luftfilterwechseln demontieren und nach oben herausnehmen. Gegen Steinschlag und Verschmutzung von Federbein und Umlenkhebel habe ich zwischen Schutzblech und Schwinge ein Stück Gummi montiert. Damit setzt sich auch der Luftfilter nicht mehr so schnell zu.Jörg Frehoff, Lüdenscheid 1994 kaufte ich mir eine GSX 600F, Baujahr 1993. Bei Regen trieben mich defekte Zündkerzenstecker zur Verzweiflung. Ein Ansaugstutzen riß ein und der Motor zog Nebenluft. Beim Ventileinstellen entdeckte ich sehr starke Pittingspuren auf der Nockenwelle. Im Herbst 1996 baute ich den Bock um. Ich schraubte einen Heckteil-Nachbau drauf und die Hinterradabdeckung der GSX-R 750 von 1992. Die Schwinge ließ ich verchromen, die Halbschale schnitt ich aus dem Original aus. Obendrein erhielt die Maschine einen Aprilia-Doppelscheinwerfer und eine Nico-Racing-Anlage. Mit pulverbeschichteten gelben Felgen und sehr viel schweißtreibendem Polieren der Aluminiumteile nahm sie allmählich das heutige Aussehen an.Marcus Rogge, MagdeburgIm Winter 1994 erstand ich meine GSX, Baujahr 1988 mit rund 29 000 Kilometern. Der Preis von 5200 Mark für die vermurkste Kiste war eindeutig zu hoch. Beim Demontieren der Verkleidung fiel mir auf, daß man für Arbeiten wie Kerzenwechseln fast die halbe Maschine zerlegen muß. Wobei das Schrauben fast ohne Spezialwerkzeug auszuführen war. Das Einstellen der Ventile habe ich mit einem Uhrenaufziehschlüssel, Größe drei Millimeter, und einem Siebener Ringschlüssel gemacht. Um eine bessere Sicht nach hinten zu erhalten, habe ich mir aus Alumaterial in der Größe 20 x 60 Millimeter längere Spiegelauskleger gesägt und gefeilt. Falls ein Bastler mal die Schrauben im Ventideckel überdreht, müssen nicht gleich die oberen Lagerdeckel der Nockenwelle erneuert werden.. Es besteht die Möglichkeit, die Linsenköpfe durchzubohren und dann längere Schrauben mit dem gleichen Gewinde zu verwenden.Lothar Weber, Bookholzberg

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