Suzuki SV 650 Cafe Racer (Archivversion) Die Verwandlung

Die Idee lag auf der Handýÿ, sagt Jochen Schmitz-Link-weiler, Chef von LSL-Motorradtechnik in Krefeld. ýÿLouis hat praktisch alle Teile von uns im Sortiment. Und die Rechte am Namen ,Cafe Racerýÿ. Da habe ich vorgeschlagen, dass
wir einmal mit Hilfe dieser Teile einen flotten Cafe Racer aus
dem Louis-Sortiment aufbauen.ýÿ
Gesagt, getan. Und hervorragend gelungen. Auch weil Schmitz-Linkweiler bei seinem Projekt auf eine Basis zurückgriff, wie sie günstiger nicht ausfallen kann. Grundlage des Renners in ýÿRacing Yellowýÿ ist nämlich Suzukis Mittelklasse-Evergreen SV 650. Und der ist bekanntlich mit vielem gesegnet, was zum sportlichen Landstraßenrenner gehört.
Insbesondere natürlich mit einem V2, dem selbst im x-ten Modelljahr kein anderer Antrieb in dieser Hubraumklasse das Wasser reichen kann. In dieser Hinsicht bestand also ebenso wenig Handlungsbedarf wie beim Fahrwerk, denn für das,
was der Krefelder im Sinn hatte, ist das SV-Fahrgestell
bestens gerüstet. ýÿIch liebe Landstraßenmotorräder ganz ohne
Verkleidung und Schnickschnack. Einfach eine sportliche
Sitzposition und eine klare Linienführungýÿ, beschreibt der LSL-Chef die Stoßrichtung.
Tatsächlich unterscheidet sich das Fahrgefühl auf dem Cafe Racer noch einmal deutlich von einer Serien-SV. Es geht sportlich zu ýÿ jedoch nicht unbequem. Grund ist neben den Sport-Match-Lenkerhälften von LSL vor allem die Fußrastenanlage. Ausgerechnet in diesem Bereich offenbarte sich dann die einzige Schwäche des Cafe Racers. Das Schaltgestänge harmoniert nicht mit der Krümmerführung der BSM-Auspuff-anlage. Mitunter ließ sich der zweite Gang nicht einlegen, weil der Schalthebel nicht in die Ausgangslage zurückkehrte. Doch gerade die Auspuffanlage mit ihren hochgezogenen Schalldämpfern sorgt für einen ganz speziellen Touch. Wobei die kurzen Schalldämpfer (mit Zulassung für die CBR 125, nicht
jedoch für die SV) ebenso wie die hinteren Blinker und die Spiegel keinen TÜV-Segen erhalten. Und die Höckerschale
ist als Rohling mit Materialgutachten, aber ohne Anbausatz demnächst bei LSL erhältlich.
Wer nicht so lange warten möchte, kann trotzdem sofort mit dem Umbau beginnen. Alle anderen Teile (siehe Kasten) sind bei Louis zu haben. Und den BSM-Auspuff gibt es auch mit legalen Schalldämpfern, die allerdings sieben Zentimeter länger sind und damit nicht mehr so gut zur Linienführung
des knackigen Hecks passen ýÿ die Seitendeckel fehlen, die Batterie ist kleiner, um die sonst sichtbaren Kabel nach innen zu verlegen. Dem Fahrspaß mit dem Cafe Racer täte das
gewiss keinen Abbruch. Vor dem Café hingegen würden
vielleicht weniger zweiradkundige Passanten stehen bleiben, sich fasziniert die Augen reiben und verwundert fragen: ýÿWas ist das denn?ýÿ Und einen Cafe Racer bewundern, dessen
Genese sich mit rund 2800 Euro im absolut überschaubaren Rahmen hält und der trotz der Verwandlung alle funktionellen Vorteile der SV 650 behalten hat. sek

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