Suzuki VX 800 (GK) (Archivversion) Lesererfahrungen

Und immer wieder die weichen Gabelfedern, aber auch Rost, lose Prallbleche, eine zu schwach dimensionierte Vorderradbremse und jede Menge defekte Gabeldichtringe: Kritik und Lob halten sich bei der VX die Waage.

Trotz 16jähriger Motorraderfahrung hätte ich mich mit meiner VX zunächst mal fast hingelegt: Die Suzuki fällt in Kurven beinahe hinein. Bei Kilometerstand 15 000 kam die nächste Überraschung: Beim Anfahren an einer Kreuzung zerstörte sich der Motor total. Grund: Benzin im Motorraum. Also: Neuer Motor - man gönnt sich ja sonst nichts. Inzwischen freue mich immer wieder über den guten Durchzug der VX.Holger Treu, HamburgNach elf Jahren Yamaha SR 500 erstand ich im Sommer 1990 eine VX. Mit dem Fahrverhalten kam ich sofort zurecht, lediglich an die Kippneigung in engen Kehren und den geringen Lenkeinschlag mußte ich mich gewöhnen. Auf 52 000 Kilometern bewährte sich die Suzuki als zuverlässiger Allrounder. Einmal nur, bei Kilometerstand 37 000, ließ sie mich wegen eines Lichtmaschinenschadens im Stich. Ein Einzelfall, sagte man mir. In den ersten beiden Jahren wurden drei Auspufftöpfe wegen loser Prallbleche ausgetauscht - auf Kulanz. Mittlerweile ist beim Gasgeben wieder ein Klingeln zu vernehmen. Trotzdem: Eine VX mit Katalysator würde ich sofort wieder kaufen.Bernd Bernhardt, DautphetalUnglücklicherweise drang an meiner gebraucht gekauften VX, Baujahr 1992, nach 6000 Kilometern durch eine defekte Dichtung Feuchtigkeit in den Kardanantrieb. Folge: Rost. Suzuki erklärte sich bereit, den Schaden auf Garantie zu reparieren, obschon die Maschine zu diesem Zeitpunkt bereits zweieinhalb Jahre alt war. Seitdem bin ich sehr zufrieden mit meiner Suzi. Wenn mir morgens das satte Brummen in den Ohren klingt, geht´s mir gut.Wibke Schmidt, Werdeohl Auf 72 500 Kilometern verbrauchte meine 1990er VX je fünf Satz Reifen - stets Metzeler - und vordere Bremsbeläge - wobei die von Lucas Girling beste Eindrücke hinterließen. Ansonsten wurden die Gabeldichtringe, die Tachowelle und das Lenkkopflager gewechselt - jetzt wieder fällig. Der Benzinverbrauch liegt bei 5,25 Litern. Bis heute läuft der Motor problemlos, doch nach längerer Standzeit springt der vordere Zylinder verspätet an. Das Fahrwerk ist sehr komfortabel, die Sizposition, selbst für meine 1,86 Meter, akzeptabel. Versuche, das Durchschlagen der Gabel mittels dickerem Gabelöl zu verhindern, führten zu einem verschlechterten Ansprechverhalten. Ich würde mir die VX wieder kaufen, gäbe es da nicht gravierende Schwachpunkte: Die Verarbeitung ist unter aller Sau, die Bremsen sind - angesichts des hohen Gewichts - ein Witz. Außerdem müßte der Tank größer sein und das Fahrverhalten in engen Biegungen sicherer. Im übrigen ist ein Motorrad ohne Kat und ohne ABS in der heutigen Zeit ein Unding.Benno Geils, Hannover Aufgrund der Optik und des Kardans entschied ich mich im letzten Jahr für eine VX 800. Die anschließende 4000-Kilometer-Tour in die Toskana bestand die Maschine, Baujahr 1991, mit Bravour: keine Panne, fast kein Öl, Benzinverbrauch nie über sechs Liter, und das in der gedrosselten 34-PS-Version. Einzige Negativerfahrung: Diesen Winter ist der Tank von innen her durchgerostet. Da stellt man sich die Frage, ob das allein an der Pflege liegen kann.Heidi Bleyer, GöttingenAuf 26 000 Kilometern lief die VX völlig problemlos. An Schäden traten lediglich ein gerissener Kupplungszug und eine gebrochene Tachowelle auf. Viel Freude macht der durchzugsstarke Motor - auch unter voller Beladung: Fahrer 125, Sozia 85, Gepäck etwa 30 Kilogramm. Seit die Gabel auf White Power-Federn umgerüstet wurde, schlägt sie nicht mehr durch. Allerdings ist ein leichtes Zittern im Lenker zu spüren. Bedingt durch gute Pflege, hat die Maschine noch keinen Rost angesetzt.Rolf Hofer, ErftstadtWegen guter Touren- und Soziuseigenschaften sowie der für mich (Körpermaß 1,70 Meter) angenehm niedrigen Sitzhöhe entschied ich mich für die VX 800. Bisher stehen 26 000 störungsfreie Kilometer auf der Uhr. Lästig waren die feinen Vibrationen am Lenker, die zu weiche Gabel und der wandernde Druckpunkt der Vorderradbremse. Durch Moosgummigriffe, White Power-Gabelfedern und Stahlflex-Bremsleitungen konnten die Mängel behoben werden. Außerdem montierte ich eine Vollverkleidung der niederländischen Firma Schurgers (2000 Mark), die sehr guten Windschutz, leider aber auch Verwirbelungen im Kopfbereich liefert. Der Anbau eines Krauser K2-Koffersystems artete in eine besch... Schrauberei aus, doch paßte die Sitzbank von Mike Corbin auf Anhieb (man sitzt wirklich besser). Was ich vermisse: mehr Hubraum und Leistung. 1500 Kubik und 98 PS wären super.Udo Kempers, Mönchengladbach Weil mir Wirtschaftlichkeit und Tourentauglichkeit eines Motorrads wichtig sind, habe ich 1992 eine neue VX gekauft. Noch im gleichen Jahr wurde sie mit einem Seitenwagen von EML und einer Vollverkleidung zum Gespann umgerüstet. Danach fehlte mir jedoch die »Solo«, also holte ich mir noch eine VX. Den Einbau härterer Gabelfedern (Wirth) sowie Stahlflex-Bremsleitungen halte ich für selbstverständlich. Wegen des Winterbetriebs war nach drei Jahren eine Rostsanierung des Gespanns fällig: Einige Teile konnte ich nurmehr absägen. Rahmen und Schwinge wurden kunststoffbeschichtet, ferner eine Zwei-in-eins-Edelstahlauspuffanlage montiert. Mit Sprit und Reifen geht die VX sparsam um, Bremsbeläge und Gabeldichtringe frißt sie dagegen förmlich. Gelegentlich packt mich sportlicher Ehrgeiz, und ich treibe die brave Suzuki im Rahmen der Serienmaschinentrophy über europäische Rennstrecken. Allerdings zeigt sich die Bremsanlage von solchen Aktionen überfordert. So habe ich jetzt die Doppelscheibenanlage einer alten CBR 1000 eingebaut: Gabel, Rad und Bremsanlage wurden komplett übernommen. Die TÜV-Eintragung war kein Problem.Stefan Graebner, Gießen

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