Szene: Egon Müllers 60. Geburtstag (Archivversion) Schillernder Champion

Eine Legende wird 60: Egon Müller ist ein erfolgreicher, bei den Fans bis heute populärer Driftkönig und Entertainer in einer Person.

Egon Müller, „das rasende Nordlicht“, wird am 26. November 60 Jahre alt. Im September 1983, vor 25 Jahren, gewann er im ost-friesischen Norden vor 45000 begeisterten Zuschauern als bislang einziger Deutscher den WM-Titel im Speedway – sehr sehenswert auf www.youtube.de. Ferner wurde Egon Müller dreimal Sandbahnweltmeister und in 33 Jahren Profikarriere (!) fünfmal Deutscher Speedway-Meister.

Bei Egons Gegnern gefürchtet waren seine Blitzstarts. Erfahrung im Trial-Sport brachte ihm bestes Balance-Gefühl. Dennoch hat er während seiner Karriere mindestens 65 Knochenbrüche er­litten, meistens durch andere Fahrer verursacht. Nicht allein seine herausragenden sportlichen Leistungen und akrobatischen Einlagen machten Egon beim Publikum äußerst populär. Mit trockenem norddeutschem Humor und seiner schnoddrig-locke­ren Art flogen ihm reihenweise die Herzen zu. Stets hatte er ein flottes Wort auf den Lippen. So fuhr er nach dem Gewinn des WM-Titels 1983 auf eigene Faust nach Mainz zum ZDF und verlangte Sportchef Hajo Friedrichs. Doch der zeigte sich eher reserviert. „Hey, ich bin gerade Weltmeister geworden“, soll Egon dem Redakteur entgegnet haben. „Was soll ich noch werden, um in Ihre Sendung zu kommen, Mars-Meister vielleicht?“ Zwei Wochen später saß er im „Aktuellen Sportstudio“, konnte der TV-Nation Rede und Antwort stehen. Und wurde so einer der bekanntesten Motorradfahrer der 80er Jahre, ein echter Superstar.

Bereits mit elf Jahren fuhr Egon heimlich mit dem Moped zur Schule. Als er mit 15 eine Lehre als Zweiradmechaniker begann, hatte er bereits viel Schrauberkenntnisse. Sein erstes Rennen bestritt er ebenfalls mit 15, 1964 in Kiel-Mönkeberg. Bei der Anmeldung legte er einfach den Führerschein eines älteren Freundes vor. Ergebnis: zweiter Platz! Über 3000 Pokale hat Egon seither in seiner Laufbahn gewonnen.

Dem zwölften Kind einer Musikerfamilie war eine zweite Karriere als Sänger und Show-Talent in die Wiege gelegt. Legendär wurden seine Auftritte unter dem Künstlernamen Amadeus Liszt (erst recht sehr sehenswert auf youtube). Er tingelte durch Land-Diskotheken und TV-Shows. Seine größten musikalischen Erfolge waren „Rock’n rollin’ Speedwayman“, „The devil wins“ und „Win the Race“. Insgesamt 100000 verkaufte Singles finanzierten ihm nebenher seine Rennerei. Für einen Krimi der Reihe „Die Männer vom K3“ fungierte Egon als Drehbuch-Berater, die Story spielte auf seine Idee hin im Speedway-Milieu.

Nach seiner aktiven Zeit befasste sich Egon erfolgreich mit Motoren-Tuning von Speedway-Maschinen. MOTORRAD gratuliert dem sportlich wie menschlich herausragenden Fahrer sehr herzlich. Ab dem 26. November können unsere Leser unter www.motorradonline.de per Mail Grüße an den „Weltmeister des Volkes“ richten. Egon, mach uns den Mars-Meister!

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