Technik (Archivversion) Ein Boxer mit Köpfchen, voller Ideen

Komplett neu gestaltete Zylinderköpfe der HP2 Sport bilden den Auftakt für eine neue Generation luftgekühlter dohc-Boxer bei BMW. Je zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen betätigen über Schlepphebel radial angeordnete, vergrößerte Ventile: Der Durchmesser der Einlass-Ventilteller wuchs gegenüber der R 1200 S (siehe Seite 27) von 36 auf 39 Millimeter, auslassseitig von 31 auf 33 Millimeter. Der Ventilspielausgleich erfolgt wie bei den K 1200-Motoren über Shims. Im Gegensatz zu den anderen Boxern feuert bei der HP2 Sport nur eine zentral angeordnete Zündkerze in jedem der kompakter geformten Brennräume.

Das Bohrung-Hub-Verhältnis ist beim HP2-Boxer unverändert: 101 zu 73 Millimeter. Daher bleibt der Hubraum bei 1170 cm³. Saugrohre mit kurzen Ansauglufttrichtern und gefräste Einlasskanäle sollen die Füllung optimieren. Hochfeste, leichtere Schmiedekolben und neue Pleuel ermöglichen nun eine Höchstdrehzahl von 9500/min. Die Nennleistung stieg auf 133 PS bei 8750/min, das maximale Drehmoment auf 115 Newtonmeter bei 6000 Touren. Die Zylinderdeckel bestehen aus leichtem Karbon. Sie tragen austauschbare Schleifpads aus Hartkunststoff.

Der serienmäßige Schaltassistent erlaubt rasches Hochschalten ohne Gaswegnahme oder Kupplungseinsatz: Betätigt der Fahrer den Schalthebel, nimmt die Motorsteuerung den Zündwinkel zurück und blendet die Einspritzung aus. Damit wird der Antriebsstrang für den Moment des Gangwechsels »lastarm«. Betätigt der Fahrer die Kupplung, bleibt das System inaktiv. Für den Renneinsatz lässt sich das Schaltschema mittels anderen Sensors umdrehen. Im Vergleich zur R 1200 S sind der erste und zweite Gang länger übersetzt. Die engere Spreizung der Gänge soll einen Drehzahlabfall nach dem Hochschalten minimieren.

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