Technik: Der neue Laverda-Twin (Archivversion) Eine komplette Neukonstruktion, die eigentlich eine Weiterentwicklung ist

Moderne Fahrwerke, das Ganze verpackt in aufregendem, typisch italienischem Design - was Laverda bisher fehlte, war eine würdige Antriebsquelle.Doch inzwischen hat sich die Traditionsmarke finanziell erholt, schon Ende April sollen die ersten wassergekühlten 750er-Triebwerke vom Band laufen. So wurden beim Besuch von MOTORRAD Mitte März gerade die CNC-Fräsmaschinen für die Bearbeitung der neuen Zylinderköpfe programmiert.Ganze neun Kilogramm weniger soll der Wassergekühlte trotz geringfügig größerem Hubraum auf die Waage bringen - trocken, versteht sich. Obwohl das Triebwerk laut Motoren-Ingenieur Giuseppe Mancuso eine vollkommene Neukonstruktion ist, orientierten sich die Italiener stark am luftgekühlten Vorgänger: Hub, Primärübersetzung und Getriebeübersetzungen blieben gleich, und auch von außen sind die beiden Triebwerke - bis auf Zylinderblock samt Kopf - kaum zu unterscheiden. Offensichtlich ist dagegen die deutlich verbesserte Gußqualität, von der demnächst auch das luftgekühlte Pendant profitieren soll.Die Kolben des neuen Motors laufen in beschichteten, sogenannten nassen Laufbuchsen, die in die Zylinder gepreßt und direkt vom Kühlwasser umspült werden. Während normalerweise in einem Kühlkreislauf das Wasser zuerst in den Zylinderkopf, von dort in den Zylinder und anschließend wieder in den Kühler gefördert wird, lassen die Laverda-Techniker das Wasser entgegengesetzt zirkulieren: Kühlwassereingang in den Zylinder, -ausgang am Zylinderkopf. Diese Technik stammt aus der Formel 1 und verhindert laut Ingenieur Mancuso einerseits die Dampfblasenbildung im Motor und garantiert andererseits eine bessere Kühlung der Zylinderwände.Auf dem Motorenprüfstand konnte sich MOTORRAD bereits mit eigenen Augen von der Leistungsfähigkeit des Paralleltwins überzeugen: 92 PS bei 8200/min und 80 Nm bei 7000/min stemmte der eingespannte Prototyp. Ob die montierten Termignoni-Tüten allerdings die Homologations-Hürde nehmen, bleibt abzuwarten.Laverda will sich auch in den nächsten Jahren speziell auf das Sportler-Marktsegment konzentrieren und im Windschatten von Ducati Gewinne einfahren. Deshalb soll das neue, wassergekühlte Triebwerk ausschließlich in Sportmotorrädern zum Einsatz kommen, die Naked-Bikes Ghost und Strike bleiben luftgekühlt. rb

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