Technik des Moto Guzzi Achtzylinder V-Motors (Archivversion)

Die geniale Konstruktion des Moto Guzzi- Achtzylinders von Giulio Cesare Carcano und Umberto Todero überzeugt auch heute noch durch ihren einfachen Aufbau.In das einteilige Gehäuse des wassergekühlten 90-Grad-V-Motors wird seitlich die Kurbelwelle und das Kassettengetriebe eingeführt. Die fünffach gelagerte Kurbelwelle wurde zuerst als einteilige Welle mit geteilten Wälzlagern gebaut, dann als verschraubte Welle mit Hirthverzahnung und einteiligen Lagern. Auf jedem der vier Hubzapfen sitzen zwei Pleuel nebeneinander. Die wassergekühlten Zylinderlaufbüchsen sind von unten in den einteiligen Block aus Zylinder und Zylinderkopf eingeschraubt. Die Kolben mit 44 Millimeter Durchmesser gleiten 41 Millimeter auf und ab. Zwei obenliegende, in Wälzlagern gelagerte Nockenwellen betätigen die 23 und 21 Millimeter großen Ein- und Auslaßventile über Tassenstößel. Die Kurbelwelle treibt über ein riesiges, unter dem ausladenden Deckel auf der rechten Seite liegendes Zahnrad die vier obenliegenden Nockenwellen an. Auf den beiden Einlaßnockenwellen sitzen auf der linken Seite je vier Unterbrecher der Zündung. Die acht Vergaser, eine spezielle Anfertigung von Dellorto, haben 21 Millimeter Durchlaß und wurden in der ersten Version von nur zwei großen Schwimmerkammern vesorgt. Nach Problemen mit der Kraftstoffversorgung bekam jeder Vergaser seine eigene kleine Schwimmerkammer. Die Trockensumpfschmierung nützt das zentrale Oberrohr des Rahmens als Öltank. Als Leistung wurden für die letzte Version zirka 75 PS genannt, eigentlich genug, um die Konkurrenz zu besiegen. Doch nachdem die größten Kinderkrankheiten der V8 ausgeräumt waren, verhinderte der Ausstieg von Moto Guzzi aus dem Rennsport den wohlverdienten Lorbeer.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote