Technik-Info (Archivversion) Der Stand der Einzylinder-Dinge

Man darf getrost einmal darüber staunen: Die Einzylinderkonkurrenz schafft bei nahezu identischem Hubraum zwischen 47 (Yamaha MT-03) und 53 PS (BMW Xmoto), der neue 690er KTM-Single drückt aus 654 Kubikzentimetern satte 70 PS auf die Prüfstandsrolle. Und selbst in Sachen Drehmoment überflügelt er die Konkurrenz um knapp zehn Newtonmeter (69 zu 61 Nm). Wie machen die Österreicher das? Können die zaubern? Nein, sie packen lediglich überall ein wenig drauf. Der KTM-Motor ist mit 102 Millimeter Bohrung und 80 Millimeter Hub noch einmal kurzhubiger ausgelegt als bei BMW (100 x 83 mm) und Yamaha (100 x 84 mm). Vor allem verdichten seine geschmiedeten Leichtmetallkolben mit drei Ringen mit 11,8:1 noch höher (BMW 11,5:1, Yamaha lediglich 10:1). Dazu mächtige Ventile (40/34 mm) und scharfe Steuerzeiten, wenig Schwungmasse – fertig. Allerdings hat die Medaille auch eine Kehrseite: Erst bei knapp 5000/min läuft der 690er zur Höchstform auf, überflügelt die Konkurrenz um Längen. Unterhalb dieser Marke haben BMW und Yamaha die Nase vorne.

Auch bezüglich des Aufbaus des kompakten Kraftpakets (Lx B x H: 37,5 x 31,5 x 48 Zentimeter, ohne Drosselklappenkörper 38,8 Kilogramm Gewicht) gibt es Besonderheiten. Zum einen ist da die Semi-Trockensumpfschmierung (Kurbeltrieb läuft nicht im Öl, sondern ist räumlich abgetrennt, Panschverluste werden vermieden), zum anderen die APTC-genannte Anti-Hopping-Kupplung, die konventionell im Ölbad läuft. Und natürlich die vollelektronische Betätigung der Drosselklappe über einen rechnergesteuerten Stellmotor (ride-by-wire), so dass sich eine direkte Verbindung zwischen Gasgriff und Drosselklappe erübrigt.

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