Technik-Lexikon (Archivversion)

ABS: Abkürzung für Antiblockiersystem; ein
System, das ein Blockieren des Rads bei hartem Bremsen verhindert
Additive: Zusätze im Motoröl, die dessen chemische und mechanische Eigenschaften verbessern
Anti-Dive: hydraulische oder mechanische Konstruktion, die das Eintauchen der Gabel beim Bremsen verhindern soll
API: Abkürzung für das American Petroleum
Institute, das Motorenöle nach Buchstabenkombinationen klassifiziert
Aufstellneigung beim Bremsen: ein mehr oder weniger starkes Lenkmoment beim Bremsen in Schräglage will das
Motorrad aufrichten und muss durch eine Gegenkraft am Lenker ausgeglichen werden
Berstdruck: Druck, bei dem die Bremsleitungen bersten würden. Liegt meist um den Faktor
drei bis zehn über dem im Alltagsbetrieb erreichbaren maximalen Druck im Bremssystem
Bowdenzug: Seilzug mit Führung durch eine biegsame Schutzhülle, die an beiden Enden fixiert ist, wodurch sich das Seil frei bewegen lässt
Chattering: komplexe Schwingungen
von Reifen und Gabel, die zum Stempeln des Vorderrads in Schräglage führen
DOT: internationale Norm; unter anderem für Bremsflüssigkeiten
Druckpunkt: Widerstand am Bremshebel; ideal ist ein stabiler, fester Druckpunkt; ein schwammiger oder gar wandernder Druckpunkt ist schlecht
Duplex-Bremse: Trommelbremse mit zwei Bremsbacken, die von je einem eigenen Bremsnocken gesteuert werden und dadurch beide auflaufend
(gegen die Drehrichtung der Trommel) wirken
Fading: extremer Verlust der Verzögerungsleistung durch Überhitzen der Bremsanlage; tritt vorwiegend nach mehreren kurz hintereinander ausgeführten Vollbremsungen oder bei Passabfahrten auf
Floater: ringförmiges Verbindungsglied
zwischen Innen- und Außenring bei schwimmend gelagerten Bremsscheiben
Grip: Fachbegriff für die Haftung zwischen Reifen und Fahrbahnbelag
Highsider: Beim Beschleunigen in Kurvenfahrt rutscht das Hinterrad kurz weg und verhakt
sich wieder im Asphalt. Dadurch kommt es zu einer schlagartigen Federbewegung, die den Fahrer aus
dem Sattel schleudert
Karkasse: Sie ist die Grundkonstruktion eines Reifens. Die Karkasse ist der entscheidende Festigkeitsträger eines Reifens und wird durch Gürtel und Laufstreifen komplettiert. In der Regel bestehen Karkassen aus gummiummantelten Textilseilen, hergestellt
aus Kunstfasern wie Rayon oder Nylon
Kickback: plötzliches Lenkerschlagen
bei hohem Tempo; hervorgerufen beispielsweise durch Überfahren von Trennfugen oder Bodenwellen
Lenkpräzision: gibt an, ob das
Motorrad dem gewünschten Kurs, der über die Lenkkräfte eingegeben wird, folgt oder ob die Linie
korrigiert werden muss
Mousse: ringförmige, mit Gas aufgeschäumte Gummiart, die im Geländesport anstelle des Schlauchs in den Reifen montiert wird; in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich
Nasssumpfschmierung: Das Öl wird in einer Wanne unterhalb des Motors mitgeführt
Negativprofil: einfach ausgedrückt
der Anteil tiefliegender Reifenoberfläche. Slickreifen
besitzen kein Negativprofil, Straßenreifen wenig und grobstollige Geländereifen sehr viel davon
Reifenhalter: in die Felge eingeschraubter Haltebügel, der ein Verrutschen des Reifens auf der Felge verhindert. Vor allem im Offroad-Bereich eingesetzt, wo mit sehr niedrigem Reifenluftdruck gefahren wird
SAE-Klassen: Einteilung der Motoröle in Viskositätsbereiche (siehe Viskosität); SAE 0 bezeichnet dünnflüssiges Öl für Wintereinsatz, SAE 60 dickflüssi-ges Öl für hohe Temperaturen
Schlupf: Unterschied zwischen dem geometrischen Radumfang und der tatsächlich zurückgelegten Strecke bei einer Radumdrehung. 100 Prozent Schlupf liegt vor, wenn die Räder durchdrehen oder blockieren.
Je größer die Antriebs- oder Bremskräfte, desto größer der Schlupf. Ein geringes Maß an Schlupf ist beim
Fahren immer vorhanden – daher der Reifenverschleiß
Selbstreinigung: Fähigkeit eines bestimmten Reifenprofils, sich während des Fahrens von Schmutz zu befreien – gilt in ersten Linie für Offroad-Bereifung
Shimmy: Fachbezeichnung für Lenkerflattern; mehr oder weniger starke Drehschwingung um die Lenkachse im Geschwindigkeitsbereich zwischen 60 und 90 km/h mit einer Frequenz von vier bis fünf Ausschlägen pro Sekunde
Simplexbremse: einfachste Trommelbremse, bei der die beiden Bremsbacken von nur einer Nocke auseinandergespreizt werden. Dadurch wird eine Bremsbacke zur auflaufenden und eine zur ablaufenden
Slick: völlig profilloser Sportreifen mit haftfähiger Gummimischung für Rennstreckeneinsatz
Stahlflexleitung: mit einem Stahlgeflecht ummantelte Bremsleitung, die sich
unter Belastung weniger ausdehnt als eine herkömm-
liche Kunststoffleitung und daher unter anderem
einen stabileren Druckpunkt bietet
Trockensumpfschmierung:
Der Ölvorrat wird in einem separatem Tank meist oberhalb des Motors mitgeführt
Viskosität: Eigenschaft einer Flüssigkeit, ihrer Verformung einen Widerstand entgegenzusetzen. Dünnflüssiges Öl besitzt eine niedrige Viskosität, dickflüssiges Öl eine hohe
Zentrieren: Anpassung der Speichenspannung von Drahtspeichenrädern, um Seiten- und Höhenschläge (so genannte »Achter«) auszugleichen

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