Technik-News (Archivversion) Die Grundmauern

Seit Beginn der Vierventil-Ära bei Ducati ist die Stabilität der Motorgehäuse ein Thema. Nicht selten rissen bei Renn-851 und -888 die Gehäuse aufgrund der hohen Belastungen. Natürlich wurden die Gehäuse immer stabiler, aber damit auch immer schwerer. Bislang hat Ducati sie im Druckguss-Verfahren hergestellt, bei dem Lunker und Materialschwächungen durch Lufteinschlüsse nicht auszuschließen sind. Diese reduzieren die Festigkeit und verhindern die Wärmebehandlung von Druckgussteilen, weil sich die eingeschlossenen Gase bei der Wärmebehandlung ausdehnen und Hohlräume bilden, weshalb an kritischen Stellen stets etwas „Luft“ bei den Wandstärken eingeplant wurde. Diese Sicherheitsreserven macht das Vakural-Guss-Verfahren weitgehend überflüssig. Beim Vakural-Guss wird das reine und entgaste, geschmolzene Aluminium direkt unter der Badoberfläche entnommen und so weniger Oxide in die Form eingebracht. Es wird unter einem definierten Vakuum in die Form eingespritzt, was Einschlüsse verhindert. Dadurch erübrigen sich die Sicherheitsreserven, die Wandungen können dünner ausfallen. Außerdem oxidiert die Schmelze während des Gießvorgangs weniger, und die Legierung bildet ein feineres Gefüge aus. Die Kehrseite: Da die Gussform vor und während des Gießens unter Vakuum gebracht und gehalten werden muss, während die Schmelze über ein beheiztes Steigrohr in die Form gesogen wird, macht es den Herstellungsprozess teurer.

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