Technik-News (Archivversion) Tauschgeschäft

Ein Motor, ein Fahrgestell, viele Modelle – KTM reizte das Baukastenprinzip schon bei der legendären Ur-LC4 mit unzähligen Varianten bis an seine Grenzen aus. Und geht diesen Weg mit dem neuen 690er-Single nun weiter. Auf der Basis des Supermoto-Modells 690 SM gründet das Funbike Duke. Die 690 Enduro teilt sich ihre Technik größtenteils mit dem extrem sportlich ausgelegten Supermoto-Flitzer 690 SMC.

Identisch sind bei allen vier der neue Single mit 654 cm³ Hubraum und Benzineinspritzung sowie der Gitterrohrrahmen. Gerade Letzterer schafft für Offroader jedoch ein Problem: Wegen des hoch bauenden Einzylinders bleibt zwischen den Fachwerk-Profilen der Rahmenrohre nicht genügend Raum für einen praxisgerechten Benzinvorrat. Zusätzliches Tankvolumen auf der Außenseite des Rahmens unterzubringen würde erstens den Knieschluss enorm verbreitern und zweitens für zusätzliches Gewicht weit vorn und oben sorgen – beides im Gelände äußerst unerwünscht.

Die Lösung: Tank und Airbox tauschen die Plätze. Während der Luftfilterkasten bei der 690 Enduro – und der weitgehend baugleichen, jedoch mit 17-Zoll-Rädern ausgestatteten 690 SMC – direkt über dem Zylinder thront, schwappt der Sprit schwerpunktnah im Rahmenheck. Doch auch dort herrscht Platznot. Batteriefach, Federbein und die Aussparung für den Auspuff setzen Grenzen. Durch die gestalterischen Möglichkeiten eines aus Kunststoff geformten, selbsttragenden Hecks nützen die KTM-Techniker den Bauraum maximal aus.

Selbst wenn diese Lösung mit zwölf Litern trotz allem nicht das Volumen des konventionell eingebauten 13,5-Liter-Tanks der Supermoto oder Duke erreicht, war sie den Aufwand wert. Der schmalere Knieschluss und vor allem die spürbar größere Bewegungsfreiheit machen in der Praxis die geringe Einbuße bei der Reichweite wett.

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