Technik Suzuki TL 1000 R (Archivversion) Neubausanierung

Es ist nicht ungewöhnlich, daß japanische Motorräder bereits ein Jahr nach der Präsentation modellgepflegt werden. Eine intensive Überarbeitung überrascht schon eher. Wenn aber nach Jahresfrist ein in vielen Baugruppen völlig neues Motorrad auf den Markt gebracht wird, gleicht das einer Sensation. So geschehen bei Suzukis Supersportler TL 1000 S, dem 1998 das vollverkleidete Superbike TL 1000 R zur Seite gestellt wurde.Für Verwunderung sorgt der komplett neue Brückenrahmen, da nicht etwa das Chassis der TL 1000 S die Ursache für deren umstrittenes Fahrverhalten war.Die Existenz des mit 14 Kilogramm vergleichsweise gewichtigen Rahmens begründen die Techniker mit den zahlreichen Möglichkeiten für das geplante Superbike-Engagement. So gibt es für den Steuerkopf verschiedene Einsätze, mit denen sich der Radstand, der Lenkkopfwinkel und somit auch der Nachlauf verändern lassen. Weiterhin variieren verschiedene Inlets die Position der Schwingenlagerung um zwei Millimeter nach oben oder unten, ganz abgesehen von den üblichen Verstellmechanismen des Federbeins. Mit verschiedenen Federn und Umlenkhebeln kann der Fahrer sowohl die gesamte Fahrwerksgeometrie als auch die Federcharakteristik nach eigenen Vorstellungen wählen. Doch auch das Triebwerk überarbeiteten die Suzuki-Techniker gründlich. Optimierte Einlaßkanäle, zwei Einspritzdüsen pro Zylinder, eine größere Kühlkapazität und eine überarbeitete Kupplung sollen neben weiteren Detailmaßnahmen der auf 135 PS gestiegenen Leistung gerecht werden. Die Kupplung, die bei der Langstrecken-TL 1000 S von MOTORRAD Probleme bereitete, ist nun verstärkt und hat einen überarbeiteten Anti-Hopping Mechanismus. Im Schiebebetrieb verdrehen sich die Klauen des Kupplungsmitnehmers und rücken über Rampen die Kupplung so weit aus, daß Drehmomentspitzen, die durch den hohen Ungleichförmigkeitsgrad eines großen Zweizylinders im Schiebebetrieb entstehen, abgebaut werden. Das gefürchtete Stempeln des Hinterrads bei Schiebebetrieb und gleichzeitigem Bremsen entfällt. Der Aufwand hat sich offensichtlich gelohnt, das Verhalten im Schiebebbetrieb war bei den ersten Probefahrten mustergültig.

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