Technik transparent: Technik-Details des Aprilia RSV mille-Motors

Massenkräfte erster Ordung: Bei Hubkolbenmotoren wird der Kolben in den beiden Totpunkten jeweils bis zum Stillstand abgebremst und dazwischen wieder auf maximale Kolbengeschwindigkeit beschleunigt. Dadurch entstehen freie Massenkräfte erster und zweiter Ordnung. Das heißt Massenkräfte, die mit Motorfrequenz (I. Ordnung) und doppelter Motordrehzahl (II. Ordnung) wirken. Durch Gegengewichte auf der Kurbelwelle können die daraus resultierenden Vibrationen zu einem gewissen Teil ausgeglichen werden. Zusätzlich werden ein- oder zweizylindrige Motoren meist mit einer oder zwei Ausgleichswellen ausgestattet, die gegenläufig zur Kurbelwelle rotieren und mit einem Gegengewicht ausgestattet sind. Diese Ausgleichswellen wirken den störenden Massenkräften der Kurbelwelle entgegen.Gilasil: Dies ist ein geschützter Markenname für die von der Firma Gilardoni/Itialien direkt auf dem Alumiuim-Zylinder galvanisch aufgebrachte, extrem harte und abriebfeste Nickel-Siliziumcarbid-Beschichtung.Open-deck: Bei dieser Zylinderbauart ist die Zylinderlaufbuchse im Bereich der Kopfdichtung nicht mehr mit Stegen zum Wassermantel abgestützt, sondern frei tragend. Der Vorteil: weniger unrunder Verzug bei Erwärmung, einfachere Herstellung der Gußformen.Trockensumpfschmierung: Im Gegensatz zur Naßsumpfschmierung, bei der der Ölvorrat in einer Ölwanne gebunkert wird, befindet sich der Schmierstoff hier in einem außerhalb des Motors befindlichen Öltank. Von dort wird er über eine Schlauchverbindung von der Ölpumpe abgesaugt und an die Lagerstellen gepreßt. Eine zweite Ölpumpe fördert das überschüssige Motoröl, das aus den Lagerstellen austritt und sich im tiefsten Punkt des Motorgehäuses sammelt, zum Ölreservoir zurück. Vorteile: sichere Ölversorgung unter extremen Fahrzuständen (Bremsen , Wheelies, usw.), niedrige Motorenbauhöhe durch Wegfall der Ölwanne. Nachteile: mehr Bauteile, höhere Kosten, höheres Gewicht.

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