Technik: Turbine (Archivversion) Hier geht’s rund

Turbine und herkömmlicher Hubkolbenmotor – sie haben einiges gemeinsam. Und trotzdem trennen sie Welten.

Die Turbine – das unbekannte
Wesen. Wer hat nicht schon im Flieger gesessen, dem immer stärker anschwellenden Pfeifen gelauscht – und sich gefragt, was dort eigentlich tatsächlich abläuft. Im Prinzip genau dasselbe wie im herkömmlichen Ottomotor: ein komprimiertes Gemisch aus Luft und Kraftstoff entzündet sich, die Expansion des heißen Gases setzt Energie frei. Die Art und Weise freilich, wie die Verbrennung vor sich geht und wie die Energie
in Vortrieb umgesetzt wird, ist bei den beiden Antrieben gänzlich verschieden.
Im Gegensatz zum zyklisch arbeitenden Viertaktmotor, der wegen seiner vier Arbeitstakte (ansaugen, komprimieren, verbrennen, ausstoßen) zwei komplette Kurbelwellenumdrehungen benötigt, um die Energie aus einem Verbrennungsvorgang an die Kurbelwelle weiterzugeben, verbrennt die Turbine kontinuierlich. Dabei komprimiert ein Verdichter die angesaugte Luft bis auf 40 zu eins und drückt sie in die Brennkammer, in der Kraftstoff eingespritzt wird und das Gemisch unter möglichst hohen Temperaturen (bis zu 2000 Grad) verbrennt. Infolgedessen dehnt es sich aus und treibt mit Geschwindigkeiten von über 1100 km/h die Turbine an, die ihr Drehmoment über ein Reduziergetriebe an das Zweiganggetriebe weiterleitet. Zwei Haken hat die Sache allerdings: Die Turbine reagiert verzögert auf die Kraftstoffzufuhr und erreicht nur unter exakt definierten hohen Lastzuständen ihren optimalen Arbeitsdruck und
den damit verbundenen Wirkungsgrad, während die Energie bei Teillast und
den damit verbundenen geringen Arbeitsdrücken nahezu wirkungslos verpufft.

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