Teilehandel, krimineller, im Internet: Reportage (Archivversion) Heisse Ware im Netz

Wer geklaute Ware kauft, macht sich der Hehlerei strafbar (§ 259 Strafgesetzbuch). Das gilt für den Kauf im Internet genau wie für den Teilehandel auf der Veterama.

Ebay-PR-Direktor Joachim Güntert ist Optimist: »Wir glauben, dass Menschen im Allgemeinen
ehrlich sind.« Seine Kunden glauben das anscheinend auch, denn der
virtuelle Marktplatz floriert. Auf dem treiben sich freilich auch Teilnehmer herum, die sich hinter der Maske der Anonymität verstecken. Zumindest für Käufer oder Verkäufer, nicht aber für die Marktaufsicht von ebay. Denn die verlangt und kontrolliert, dass User von anonymen E-Mail-Diensten (zum Beispiel gmx.de, web.de, hotmail.de) eine Kreditkartennummer oder aktuelle Postanschrift vorlegen. Im konkreten Verdachtsfall kann (und wird) ebay über die Benutzerdaten die Identität feststellen und den ermittelnden Behörden weitergeben, nicht aber dem eventuell
betrogenen Käufer oder Verkäufer.
Ein Internet-Auktionshaus, das trifft nicht nur auf ebay zu, übernimmt keine Haftung für die versteigerten Waren, kann also nicht ausschließen, dass unter den unzähligen
Artikeln auch gestohlene oder unterschlagene Teile im Umlauf sein könnten. Auf unter ein Prozent
beziffert Güntert den Anteil illegaler Ware bei ebay. Dennoch: Es kann passieren, dass Sie an Anbieter
heißer Teile geraten. Kaufen Sie, machen Sie sich der Hehlerei strafbar (§ 259 StGB), auch wenn Sie gar nicht wussten, dass es sich
um Diebesgut handelt. Auf Hehlerei steht eine Freiheitsstrafe von bis
zu fünf Jahren. Allerdings: Wenn Sie plausibel nachweisen können, im guten Glauben gehandelt zu haben, also nicht fahrlässig und ohne Vorsatz, liegt kein Grund vor, gegen Sie zu ermitteln. Zivilrechtlich gilt nach § 935 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, dass an Gestohlenem kein Eigentum erworben werden kann. Eigentümer bleibt nämlich stets der Bestohlene, der die Rückgabe der Ware verlangen kann. Um Ihr Geld wieder zu bekommen, müssten Sie sich an den Verkäufer wenden – in vielen Fällen eine vergebliche Mühe.
Auch bei Internetauktionen bietet der Erwerb über einen Händler
größere Sicherheiten. Im Netz sind Händler jedoch nicht verpflichtet, sich als solche auszuweisen. Hinweis auf einen versteckten Händler bietet etwa der Umfang der von
ihm angeboteten Ware, die man sich bei ebay anzeigen lassen kann. Im Zweifelsfall, etwa wenn ein Produkt weit unter Marktpreis oder in großen Mengen verfügbar ist, hilft eine Mail an den Anbieter, in der
Sie sich erkundigen, ob Sie es bei Ihrem Verkäufer mit einem gewerblichen Händler zu tun haben, ob
Sie eine Quittung erhalten können, ob er Ihnen die Herkunft der Ware offen legen kann. Und ob er bereit ist, Gewährleistung zu bieten. Ein professioneller Anbieter muss das, ein Privatmann nicht.
Auf jeden Fall sollten Sie den Schriftverkehr ausdrucken und aufbewahren, um Transaktionen nachvollziehen zu können.

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