Test Gas Gas Pampera 250 (Archivversion)

Das Bike zum Rucksack

Für alle, die gern wandern, jedoch zum Gehen zu faul sind.

Es hat funktioniert. Sie hat tatsächlich reingepaßt. Am Stück. Fest verzurrt steht die Gas Gas Pampera im Seat Alhambra. Klappe zu, ab nach Frankreich. Haute Provence. Enduro-Tour für Einsteiger. »Steiniges Gelände, ansteigender Schwierigkeitsgrad, Extrarunden mit gehobenem Anspruch möglich.« Sehr animierend, die Beschreibung im Prospekt. Und diese Fotos: nix wie hin.Einsteiger - pah! Vorm Basishotel sieht´s aus wie im Fahrerlager einer Wüsten-Rallye: BMW, KTM, Yamaha TT-Modelle. »Was ist das denn?« Skeptisch mustert ein wild verpackter Gaston Rahier in Spe die kleine Gas Gas. »Und damit willst du hier mitfahren? Die hat doch null Power.« Hat sie wohl. Sogar mehr als angegeben: 17 PS stehen im Datenblatt, 22 PS sagt der Leistungsprüfstand. »Na ja« - sagt Gaston.Er ist nicht der einzige, dem die 250er Zweitakt-Maschine irgendwie suspekt vorkommt. Steht schließlich nicht an jeder Ecke, so eine Mischung aus Enduro und Trial-Motorrad. Tenor der versammelten Off Roadler: »Sieht ja toll aus. Aber kann man mit so einem Ding wirklich was anfangen?«Man kann. Steigt man allerdings von einer herkömmlichen Enduro auf das Bonsai-Gewächs um, fühlt sich die Sache erst mal entsetzlich an: ziemlich wenig Motorrad unterm Hintern. So leicht, so schmal. Der Kickstarter - so winzig. Wie - kaum getreten, schon an? Erster Gang - huch, so kurz. Wo hat sich der Schalthebel versteckt? Alles so nah beieinander hier. Diese abgezehrte Sitzbank, so was von hart. Stabilität? Schon - aber. Handlichkeit? Heieiei - wo rohe Kräfte sinnlos walten: Per Augenzwinkern wechselt die Pampera die Richtung.Es dauert. Dauert. Dauert - doch hat man sich schließlich an den nervösen Charakter gewöhnt, hört der Spaß nicht mehr auf. Vor allem im Windschatten größerer Enduros, die darum bemüht sind, den kleinen Irrwisch abzuschütteln. Auf engen, verschlungenen Paßsträßchen unmöglich. Braucht null Platz, die Gas Gas. Schneidet haarscharf um die Ecken. Zick-zack. Immer die kürzeste Linie.Bremslichter, Blinker, ein Blick ins Roadbook. Stimmt: Hier geht´s ab. Runter von der Straße, rein ins Gelände. Langsam, langsam. Fürs Herumbolzen ist die Pampera nicht gemacht. 170 Millimeter Federweg - vorn wie hinten - sind nicht die Welt. Entsprechend unkontrolliert stolpert die Spanierin über grobe Pisten. Also: Gas raus und in die Rasten, um tiefere Löcher besser abfangen zu können. Im Sitzen läuft ab jetzt sowieso nichts mehr, da man viel zu tief in der Maschine hockt.Der Weg wird schmaler. Steigt an. Wird steil. Loses Geröll, riesige Wackersteine - »Extrarunden mit gehobenem Anspruch möglich«. Mühsam kämpft sich die Karawane bergauf. Doing - geht die erste BMW zu Boden. Alle Räder stehen still. Rrrratsch, rutscht - hilfloses Hängen am Steilhang. Nur mit der Pampera kein Problem. 105 Kilogramm eben. Schieben, legen, wenden - alles kein Thema. Wenn´s sein muß, klemmt man dieses Bike unter den Arm.Die Gummikuh ist wieder auf den Beinen. Weiter geht´s. Ein leichter Kick, das Motörchen läuft. Gefühlvoll die hydraulisch betätigte Kupplung kommen lassen und auf den sanften Leistungseinsatz warten. Kein Gewürge, kein Gerutsche. Sie fährt einfach so los, die Gas Gas - wie von Geisterhand geschoben. Mühelos kraxelt sie den hochprozentigen Steig hinauf. Selbst eine Suzuki DR 350 wirkt im direkten Vergleich ungeschickt.Das fette Drehmoment des wassergekühlten Zweitakters setzt extrem früh und geschmeidig ein. So kann man auch noch im dritten Gang im Standgas herumexperimentieren und sich dann am Gummiband aus verzwickten Situationen ziehen lassen. In der Ruhe liegt die Kraft. Doch plötzlich ist´s vorbei mit der Gelassenheit. Ab mittleren Drehzahlen kocht der Eintopf auf offener Flamme. Hitziger als erwartet.Laut Roadbook müßte jetzt der Abstieg beginnen. Oh ja. Und wie. Schwarze Piste, Ziehen im Bauch. Zum ersten Mal blickt auch Gaston ein bißchen neidisch Richtung Pampera. Wie locker sich die Kleine abseilt. Zwei Haken, eine Öse - weg ist sie. Die Miniatur-Bremsanlagen wirken besser als erwartet. Vorn gut dosierbar, hinten digital - entweder auf oder zu, dazwischen gibt´s nichts. Klar gerät die vordere Scheibe im Dauerwürgegriff ins Schwitzen. Aber das sieht man ihr schließlich von vornherein an. Also: etwas mehr Behutsamkeit bitte.Während hinten an der Abfahrt allerhand Geröll zu Tal geht, steigt die Gas Gas schon wieder himmelwärts. Auf einem Fußpfad, so schmal wie ein Handtuch, ohne jegliche Spuren zu hinterlassen. Leise tuckernd schlägt sie sich durchs Gehölz, erregt nicht mal die Empörung entgegenkommender Fußgänger. Man ist unter sich, gibt sich der gleichen Liebhaberei hin: dem Bergwandern.
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Enduro fahren: ja (Archivversion)

Doch die Frage ist: wo?
Na, auf den Geschmack gekommen? Schön. Und wie geht´s jetzt weiter - wo kann man heutzutage überhaupt noch Enduro fahren? Zum Beispiel beim MOTORRAD ACTION TEAM. Von Mitte Mai bis Ende September 1998 stehen dort zwölf Enduro-Reisen auf dem Programm. Blutige Anfänger, die schon beim Anblick einer geschotterten Baustellendurchfahrt das Herzrasen bekommen, finden beim Einsteiger-Lehrgang in Warching Trost (2. bis 3. Mai und 6. bis 7. Juni 1998). In Gruppen mit maximal acht Personen wird dort alles geübt, was man im richtigen Leben braucht. Nähere Informationen: MOTORRAD ACTION TEAM, Leuschnerstraße 1, 70174 Stuttgart. Telefon 0711/182-1977, Telefax 0711/182-2017.

Westentaschen-Bikes: mit TÜV, Charme und Doppelsitzbank (Archivversion)

Passen überall rein, kommen überall hin, machen Spaß ohne Ende
Gas Gas, Beta, Fantic - sie alle bauen hochkarätige Wettbewerbs-Maschinen. Mit den Trial-Enduros wandert die Technik dieser Sport-Geräte direkt auf die Straße, und zwar in höchst unterhaltsamer Form. Die Vorteile der Westentaschen-Bikes liegen klar auf der Hand: Sie sind so klein, daß sie in jeden Van passen, so leicht, daß man sie bei Bedarf durch die Gegend tragen kann, so robust, daß sie alles mitmachen, so niedrig, daß man stets fußeln kann, so wendig, daß sie Kreise um andere Enduros drehen. Absolut unaufdringlich pirschen die Minis durchs Gelände, hinterlassen keine Flurschäden, erschrecken weder durch martialisches Aussehen, noch nerven sie durch lautes Geballer. So streßfrei kann Offroadeln sein. Auch in der Stadt sind die Kleinen unschlagbar: Schmaler geht´s nicht, mehr Lenkeinschlag gibt´s nicht. Obendrein sind die Unterhaltskosten für so ein Motorrad aus der Portokasse bezahlbar.

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