Test Kawasaki KLX 250 (Archivversion) Grünschnabel

Es geht auch günstig. Nach dem Erfolg der sportlichen Ninja 250 R bietet Kawasaki mit der Revival der KLX 250 eine zweite Alternative in der lange vernachlässigten 250er-Klasse.

Börsencrash und Spritpreisschock haben auch ihr Gutes: Die Werte wandeln sich. Auch beim Motorrad. Denn spätestens seit der Wirtschaftskrise sind hubraumschwache Motorräder diesseits von Rollern und Einsteigerbikes wieder attraktiv. Mehr noch: Um die Vorreiter dieser Spezies, die Supermoto- respektive Enduro-Modelle WR 250 X und WR 250 R von Yamaha und den Winz-Supersportler von Kawasaki, die Ninja 250 R, entstand bereits eine kleine Fangemeinde. Die Motivation für den Sinneswandel ist nachvollziehbar: Eine erwachsen wirkende, ansprechende Optik, moderate Preise, geringer Benzinverbrauch. Und damit soll nun auch die Kawasaki KLX 250 punkten.

Ganz neu ist die kleine Kawa allerdings nicht. Der Brückenrahmen aus Rechteck-Stahlrohren und der dohc-Motor mit E-Starter entstammen genau jener KLX 250, die 1996 aus dem Programm genommen wurde. Dafür gibt’s beim Revival eine neue Alu-Schwinge, Upside-down-Gabel, Edelstahl-Auspuffanlage, modernisiertes Design und – dank Einspritzung statt Vergaser – die Euro-3-Zulassung. Preislich liegt die kleine Enduro mit 4745 Euro (Yamaha WR 250 R: 5935 Euro) schon mal auf Kurs. Dem grundsätzlichen Charakter der Viertelliter-Liga bleibt die Wiedergeborene treu. Sprich: Für vernünftigen Vortrieb braucht’s eben Drehzahlen. Erst ab 7000 Touren schiebt die KLX nennenswert an, dreht dann freilich unbeschwert bis in den Drehzahlbegrenzer bei 10200/min. 23 PS leistet der Einzylinder, beschleunigt die Kawa von null auf 100 km/h in 17,6 Sekunden, bei 105 km/h ist Schluss. Zum Vergleich: Die 32 PS starke Yamaha WR 250 R erledigt den Spurt mit 7,2 Sekunden in weniger als der Hälfte der Zeit und schafft 141 km/h Topspeed.

Bezüglich des Motors ist der Auftritt der KLX also insgesamt verhalten, dafür stimmt der Rest des Pakets. Die offroad-orientierte Ergonomie sorgt auch auf der Straße für eine fahraktive Position und unterstützt das exzellente Handling. Die Vorderradbremse verzögert vehement, die komfortabel abgestimmten Federelemente schlucken selbst üble Schlaglöcher und bieten beim gelegentlichen Ausflug ins Grüne – den der flinken Enduro wegen ihrer gut gedämmten Auspuffanlage niemand übel nimmt – immer noch genügend Durchschlagreserven. Und zu guter Letzt erfreut der Verbrauch: Mit bescheidenen 3,4 Litern auf 100 Kilometer bei Landstraßentempo erfüllt die KLX auch noch Punkt drei der Kriterien der neuen Bescheidenheit.

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