Test LKM-Kawasaki Z 1000 (Archivversion) Doping-Knall

Eigentlich ist ja alles schon da – es braucht nur ein bisschen Feinarbeit. Bei der LKM-Z 1000 ganz legal, im Sport hochgradig illegal – das Eigenblut-Doping.

So – genau so muss es sich anfühlen, wenn man den Col du Galibier hochfliegt, unwiderstehlich an allen vorbeizieht und dann noch einmal richtig einen draufpackt, wenn die anderen schlappgemacht haben. Im Radsport verhelfen in der Regel spanische Fachärzte zu solchen Höchstleistungen. Auf dem Motorrad hat nicht selten der Rheinländer Hennes Löhr seine Spezialwerkzeuge im Spiel. Aus einer Standard-Kawasaki Z 1000 eine richtig starke Z 1000 zu machen – das war seine Mission. Und zwar praktisch mit Bordmitteln, ohne Hubraumerweiterung oder andere Kniffe, welche die Geschichte in die Illegalität abdriften lassen.

Denn anders als im Leistungssport sind Maßnahmen, die den Sauerstofftransport optimieren, im Straßenverkehr nicht grundsätzlich verboten. Nach der Löhr-Kur (Brennräume und Ventile glasstrahlen, Ventilsitze bearbeiten und exakte Sitzbreite fräsen, Kanäle vergrößern, strömungs-günstig fräsen und glätten, Brennräume modifizieren sowie Verdichtung auslitern) drückt die LKM-Z 1000 unter Beihilfe einer knalllauten Akrapovic-Komplettanlage (Löhr: »Wie die das in Slowenien mit der Zulassung machen, weiß ich auch nicht«) stramme 148 PS (Serie: 123 PS) auf die MOTORRAD-Prüfstandsrolle, und zwar »ganz legal, denn die Abgaswerte stimmen. Außerdem liegen wir innerhalb der gesetzlich zugestandenen Toleranzgrenze von zwanzig Prozent mehr Leistung«.

Ebenso erfreulich: die Sorgfalt, mit der Löhr bei der Abstimmung vorging. Exakt, aber nicht hart geht der Vierzylinder ans Gas, liegt bis 7500/min trotz des Power-Plus auf Serienniveau, um dann den Nachbrenner zu schalten. Daraus resultierten ganz abgesehen vom Lustfaktor (der sich durch eine weitere Aufrüstung, siehe Tabelle rechts, beliebig steigern lässt) auch erheblich bessere Fahrleistungen.

Doch selbst für jene, denen Image nichts, Fahrbarkeit dagegen alles bedeutet, führt Löhr Gutes im Schilde. Mehr Dreh-moment unten rum, dafür oben nicht ganz so viel Druck – vieles ist machbar.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel