Test Moto Guzzi Bellagio (Archivversion) Was bin ich?

Bellagio – das muss man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen, da schwingt das Dolce Vita förmlich mit. Den Namen hat der Guzzi-Cruiser von einem malerischen Ort am Comer See, unweit der Guzzi-Residenz.

Und er passt wunderbar zu ihrem appetitlichen Äußeren. Das Mattschwarz kontrastiert reizvoll mit blankem Aluminium und Chrom und den hübschen Drahtspeichenrädern mit Alu-Felgen. Sportliche Würze erhält das Design durch das knuffigkurze Heck und die fetten Krümmer, die in einer Doppelrohr-Anlage münden. Wie auch der Sound.

Ein fast schon anachronistisch wirkender Choke-Hebel hilft der Leerlaufdrehzahl, nach kalten Nächten nicht ins Stolpern zu geraten, und so erhebt der 940er-V2 zufrieden mit sanftem Blubbern seine Stimme. Er geht bei niedrigen Drehzahlen ohne wüstes Poltern, vielmehr sanft trommelnd und wohlig pulsierend zu Werke.

Allerdings auch ohne im Drehzahlkeller richtige Durchschlagskraft zu entwickeln. Der Blick aufs Leistungsdiagramm zeigt, weshalb: Im mittleren Bereich gönnt sich der V2 eine tüchtige Verschnaufpause. Um anschließend umso energischer loszustürmen. Dabei entwickelt der Twin mit beeindruckendem Gebrüll in der Spitze stattliche 74 PS.

Zu dieser sportlichen Charakteristik passen sowohl die fahraktive, gleichwohl lockere Sitzposition mit sportlichem Kniewinkel als auch das ungemein agile Handling.

Dass bei zügigem Tempo fahrwerksseitig nichts an­brennt, dafür sorgen neben der üppigen Schräglagenfreiheit die ausreichend straff abgestimmte Gabel, der ein noch strafferes Federbein zur Seite steht. Und, sobald sie auf Temperatur sind, die kräftig zupackenden Doppelkolben-Schwimmsättel an der vorderen Bremse. So entpuppt sich die Bellagio beim Ausflug ins Hinterland bei aller Cruiser-Optik als quirliger Roadster.abi

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