Test MZ 125 SM Blizzard (Archivversion) Wenn der Wind bläst

MZ haucht seinen sehr bewährten und fahraktiven 125er-Supermotosfrischen Wind in Form exklusiver Folienbeschichtung ein. Wie stürmisch ist das Leben auf der schicken Blizzard?

Klar, wer den Namen Blizzard trägt – ein starker Schneesturm in Nordamerika –, muss in weißem Camouflage-Look daherkommen. Wobei die Plastikteile der Blizzard nicht etwa lackiert, sondern trickreich per Folienbeschichtung im Tauchbad verziert und überlackiert sind. MZ bietet diese Trendy-Technik als erster Hersteller ab Werk an, bei vier Supermoto-Varianten seiner 125er.

Weiß und wild blickt die Blizzard in die Welt, ein Schneegestöber auf Rädern. Steht mächtig groß und ausgewachsen da, wiegt aber nur federleichte 132 Kilogramm. Was sich im spielerischen Handling bemerkbar macht. Die luftige Blizzard biegt auf ihren 17-Zöllern zackiger ab als ein Mountainbike.

Wie wahnsinnig haften die sächsischen Gummipellen K66 von Heidenau, selbst bei Regen und Kälte. Der Grip der gemäßigt grobstolligen Ganzjahresreifen ist – wie auch die Schräglagenfreiheit – enorm. Selbst gestandene Fahrensmänner ertappen sich immer wieder bei nahezu gefahrlosen Driftversuchen auf und abseits befestigter Wege. Einfach kräftig hinten verzögern. Ans heftige Männchenmachen beim Griff zur Vorderradbremse und das weit einsackende, weiche Federbein kann man sich gut gewöhnen. Der Preis für die tolle Handlichkeit ist ein empfindlicher Geradeauslauf. Ab 100 km/h wird die SM leicht um den Lenkkopf. Kommen dann noch Störimpulse hinzu – Böen oder Reißen am Lenker –, wächst sich das zu deutlichem, doch ungefährlichem Pendeln aus.

Technisch up to date: der Einzylindermotor. Als einer der modernsten seiner Zunft hat er Wasserkühlung, zwei Nockenwellen und vier Ventile, allerdings immer noch Vergaser. Ein größerer Kat macht den Single fit für Euro 3. Okay, beim Ampelduell – fix hat man sich nach vorn durchgeschlängelt – gegen TDIs muss man ihn ganz schön zwirbeln. Doch in der 125er-Klasse ist die Leistungsabgabe nach wie vor prima, begleitet von spürbaren Vibrationen oben heraus. Noch etwas stärker war der Motor in bisheriger Euro-2-Abstimmung, siehe Diagramm. Tadellos: Kupplung und Getriebe.

Karg geriet die Ausstattung: kein Drehzahlmesser, Handhebel nicht einstellbar. Im Gegenzug gefallen die Detaillösungen: Edelstahl-Auspuffanlage, Stahlflex-Brems-leitungen, helles Licht. Kein Wunder, dass der Wirbelwind immerhin 4351 Euro kostet.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote