Test Peugeot Satelis 500 RS (Archivversion) Sanfter Sport

Mit dem Satelis 500 RS definiert Peugeot Sportlichkeit mal anders: Kultiviertes Drehmoment, leichtes Handling und kraftvolle Bremsen verbinden sich hier mit dezentem Luxus.

Gerade mal zwei Jahre ist es her, dass sich Peugeot mit dem Satelis ins Revier der ausgewachsenen Motorroller wagte. 2005 noch hatte der komfortable, aber eher kompakte Elystar 150 das obere Ende der Modellpalette markiert, die ansonsten aus teils braven, teils sportlichen 50ern, 100ern und 125ern bestand, während die Konkurrenz längst mit großvolumigen Maxi-Rollern Eindruck machte.

2006 kehrten mit dem Satelis auch bei Peugeot Größe und Luxus ein. Das bedeutet eine recht entspannte Sitzposition, bei der Langbeinige den Fußraum allerdings nach vorn durch den Mitteltunnel begrenzt finden und eine ausgeprägte Stufe das Zurückrutschen auf der eher schmalen Sitzbank erfolgreich unterbindet. Zu den Erfreulichkeiten beim Satelis gehören guter Wetterschutz und eine Ausstattung, die Details wie große, asphärische Spiegel an jedoch recht kurzen Auslegern, eine Sitzbankabdeckung und ein per Zündschlüssel elektrisch öffnendes Helmfach umfasst. Dazu gibt es ein geräumiges Abteil für eine Wasserflasche im Beinschild und ein kleines unter einer Klappe am Lenker. Helles Licht, Warnblinkanlage, Seitenständer mit Zündunterbrechung und einen vorbildlich leicht funktionierenden Hauptständer hat der Peugeot ebenfalls. Bis auf eine Feststellbremse vermissen selbst anspruchsvolle Rollerfahrer nichts.

Sportliches Topmodell der Satelis-Palette, die auch 125er mit und ohne Kompressor, einen 250er und einen 400er umfasst, ist der Satelis 500 RS. Dessen Einzylinder ist die Fortentwicklung von Piaggios jahrelang bewährtem, ebenso kräftigem wie polterigem 460-Kubik-Antrieb. Doppelzündung und 33 Kubikzentimeter mehr Hubraum verbessern Laufkultur wie Gasannahme spürbar und lassen das Drehmoment um zwei Newtonmeter wachsen.

Bis die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreicht wird, vergeht mit dem 500 RS zwar eine geraume Weile. Doch das Revier des Satelis ist ohnehin weniger die Autobahn, es sind vielmehr Stadt und Landstraße. Aus dem Stand tritt der 500er kräftig an, und auch jenseits der 60 km/h reicht die Kraft für entspannte Überholvorgänge. Mit vier Litern auf 100 Kilometer hält sich der Verbrauch in zeitgemäßen Grenzen.

Vor allem Menschen, die es auf dem Roller gerne etwas dynamsicher angehen lassen, werden den pechschwarzen Satelis 500 RS schätzen. Er fordert zu zügiger Fortbewegung heraus, gibt sich trotz seiner 222 Kilogramm agil und wendig, lenkt auf seinen 14-Zoll-Rädern neutral ein und bleibt auch in Schräglage stabil. Beim Blechschlangen-Slalom schlägt sich der wuchtige Peugeot besser als erwartet, weil seine Spiegel höher sitzen als die der meisten Autos. Eine Einschränkung bedeuten die serienmäßig montierten Michelin Gold Standard – eher biedere Allwetter- als Sportreifen, die weder einen transparenten Grenzbereich noch übermäßig präzises Lenkverhalten bieten können. Freude bereitet dagegen die Nissin-Doppelscheibenbremse im Vorderrad, deren Doppelkolben sanft, aber entschlossen zugreifen und die sich fein dosieren lässt. Die Arbeit der Hinterradfederung wird durch die Triebsatzschwinge zuweilen sabotiert – beim Überfahren von Kanaldeckeln spürt man, dass mächtige ungefederte Massen unter dem Roller ihr Eigenleben führen. Unterm Strich trübt dies den guten Eindruck jedoch kaum, zumal Peugeot seine Synthese von Dynamik, Stil und Luxus zu einem attraktiven Preis anbietet.

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