Test SYM Citycom 300i (Archivversion) Die Konkurrenz

Motorroller mit großen Rädern sind stark im Kommen. Noch attraktiver sind sie, wenn wie beim SYM Citycom 300i auch der Preis stimmt.

Es ist nicht gerade die Marke SYM, die einem auf Anhieb in den Sinn kommt, wenn man an Roller denkt. Dennoch ist der taiwanische Fahrzeughersteller Sanyang Industry Co. Ltd längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Über fünf Millionen Fahrzeuge hat das vor 54 Jahren gegründete Unternehmen bislang produziert. Automobile, Kleintransporter, Motorräder und eben Roller.

SYMs jüngster Sproß ist der Citycom 300i mit 263 cm³ Hubraum, ein 23 PS starker Großradler. So heißen in einschlägigen Kreisen Roller mit 16 Zoll großen Rädern. Der Citycom ist die preisgünstige Antwort auf den Honda SH 300i, den Piaggio Beverly 250 GT oder etwa den Yamaha X-City 250. 3895 Euro kostet er und damit rund 600 bis 800 Euro weniger als die erklärten Konkurrenten.

Angesichts dieser Offerte darf man sich an der plastikhaft anmutenden Innenverkleidung und den schmucklos gestalteten Schaltern nicht stören. Immerhin ist alles dran, was praktisch und nützlich ist. So verfügt der Citycom über Haupt- und Seitenständer, ein abschließbares Handschuhfach, einen großen Stauraum unter der üppigen, auch für einen Sozius komfortablen Sitzbank, ausklappbare Beifahrer-Fußrasten sowie über eine recht gut schützende, hohe Verkleidungsscheibe. Nur im Fußraum mangelt es etwas an Platz, weil der Zehn-Liter-Tank im Mitteltunnel viel Raum in Anspruch nimmt.

Dabei hätte der Tank in Anbetracht des geringen Kraftstoffverbrauchs deutlich kleiner ausfallen können, ohne die Reichweite inakzeptabel zu verkürzen. Gerade mal drei Liter konsumiert der wassergekühlte, mit Einspritzung und geregeltem Kat ausgestattete Saubermann im Landstraßenbetrieb. Selbst im Mix aus Stadtverkehr und Schnellstraße sind es maximal 3,3 Liter auf 100 Kilometer, die sich der Viertakter genehmigt. Trotzdem muss sich der Citycom in puncto Leistungsbereitschaft nicht verstecken. Sauber hängt er am Gas, tritt forsch an der Ampel an, zieht zügig ohne Atemnot Steigungen hinauf und schafft ohne großen Anlauf seine Höchstgeschwindigkeit von 127 km/h.

Auf kurvigen Landstraßen wie im städtischen Getümmel profitiert der Fahrer des Citycom von dessen gutem Handling, mit seiner ordentlichen Fahrstabilität steckt er forsche Gangart ebenfalls locker weg. Nur die etwas unsensibel reagierenden Federelemente machen dem ansonsten durchaus komfortabel wirkenden Großradler einen kleinen Strich durch die Rechnung. Und die Einscheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad erfordern einen kräftigen Zug an den Handhebeln, zeigen jedoch ausreichend Wirkung.

Unterm Strich überwiegt aber das Gefühl, einen gut ausgestatteten, sehr sparsamen und mit ordentlichen Fahrleistungen aufwartenden Roller zu einem fairen Preis zu bekommen, dem man kleine Schwächen gerne nachsieht.

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