Test Yamaha Tmax 500 ABS (Archivversion) Zwischen Den <br /><br /> Welten

Als Yamaha 2001 den Tmax präsentierte, stieß er mit seinen Fahrleistungen und seiner Fahrstabilität, aber auch mit seinen Anschaffungskosten als erster Roller in die Liga der Motorräder vor.
Die Konkurrenz schlief allerdings nicht und präsentierte mit Honda Silver Wing und Suzuki Burgman 650 größere und stärkere Alternativen. Der Yamaha blieb jedoch immer der sportlichste unter den großen Zweizylinder-Rollern. Für 2005 wurde dieser Charakterzug noch stärker betont. Abgesehen vom neuen, umfangreicheren Cockpit und der zweiten Bremsscheibe vorn machen sich die Neuerungen äußerlich kaum bemerkbar. Im Fahrbetrieb sind die Änderungen am Fahrwerk dagegen sehr wohl zu spüren. Die Geometrie wurde geringfügig verändert, um trotz des höheren Gewichts die ausgewogenen Fahreigenschaften beizubehalten.
Und wirklich, der Tmax braucht sich nicht zu verstecken: Präzise lässt er sich einlenken, stabil folgt er dem Kurvenverlauf, willig reagiert er auf Kurskorrekturen.
Zudem sorgt die neue, verstärkte Gabel in Verbindung mit dem liegenden Federbein jederzeit für sicheren Bodenkontakt. Wäre nicht die eher passive Sitzposition, der Tmax-Fahrer könnte dem Übermut verfallen. So aber fehlt es vor allem an Gefühl fürs Vorderrad. Wenn es mal eng wird, erfreut eine weitere Neuerung: das ABS. Das System arbeitet mit feinen Regelintervallen und macht die ohnehin schon gut dosierbare Bremse noch sicherer. In Verbindung mit dem langen Radstand und der ausgewogenen Gewichtsverteilung sind deswegen sehr gute Verzögerungswerte möglich.
Der Motor hat ebenfalls gewonnen. Dank neuer Einspritzanlage gelingt der Kaltstart zu jeder Jahreszeit tadellos. Satt bollert der Paralleltwin aus dem Schalldämpfer. Obwohl das Aggregat langhubig ausgelegt ist, zeigt es doch beachtliche Drehfreude und ermöglicht zusammen mit der perfekt abgestimmten Variomatik kurzweilige Sprints. Untermotorisiert fühlt
man sich auf dem Yamaha zu keiner Zeit, die Höchstgeschwindigkeit fällt mit knapp 160 km/h mehr als zufrieden stellend aus.
Ausstattung und Alltagstauglichkeit des Tmax bleiben – gemessen an der
Roller-Konkurrenz – nur Durchschnitt. Das Helmfach ist nicht besonders üppig und das Abblendlicht wenig erhellend. Zu-
dem verursacht die Scheibe unangenehme
Turbulenzen und einen hohen Geräuschpegel für den Fahrer. Der hat dafür aber genügend Platz, um sich die ideale Sitzposition einzurichten. Gleiches gilt für den Sozius.
Die Kostenbilanz fällt gemischt aus: Der Tmax ist nicht billig, für 9195 Euro gibt es schon sehr erwachsene Motorräder. Eine Suzuki Bandit 1200 S etwa kostet einen satten Tausender weniger. Wer sich trotzdem für sportlichen Yamaha-Roller entscheidet, spart mit den langen Inspektionsintervallen und dem geringen Verbrauch. Wenn dann noch eine leisere Windschutzscheibe und ein Topcase nachgerüstet werden, könnte das der Beginn einer wunderbaren Fahrt zwischen den Welten sein. el

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