Test Yamaha Tmax 500 (Archivversion) T-Time

Es war mal wieder an der Zeit, den Tmax 500 zu renovieren. Für das Modelljahr 2008 tat Yamaha es besonders gründlich, beließ dem Maxi-Scooter aber seine bekannten Tugenden.

Zur Erinnerung: Der Begründer der Zweizylinder-Maxi-Scooter-Klasse war kein anderer als der Yamaha Tmax 500. Das war 2000, und in den acht Jahren seit seines sensationellen Auftritts hat er sich nur wenig verändert. Die Konkurrenz, die folgte, hat jedoch mittlerweile den 44 PS starken, technisch durchaus innovativen Parallel-Twin mit gegenläufigem Ausgleichskolben statt einer Ausgleichswelle an Leistung und Hubraum deutlich überflügelt. In einer Sache allerdings ist der Tmax bis heute überlegen: in der Sportlichkeit. Kein anderer Roller besitzt ein so straffes wie stabiles Fahrwerk, das sogar den Vergleich mit Motorrädern kaum scheuen muss.

Wer glaubte, dass Yamaha bei der jüngsten Tmax-Generation Hubraum und Leistung anheben würde, wurde wieder einmal enttäuscht. Über Modifikationen am Motormanagement, die dazu dienen, die Euro-3-Hürde zu nehmen, und ein paar kleinere technische Änderungen gingen die Arbeiten am Antrieb nicht hinaus.

Der Zweizylinder hängt weiterhin sauber am Gas, setzt die Variomatik schnell und ohne nennenswerte Verzögerung ein, beschleunigt den Tmax ordentlich aus nahezu allen Geschwindigkeitsbereichen. Und sein Verbrauch liegt bei moderatem Landstraßentempo mit im Schnitt 4,6 Liter Normal auf 100 Kilometer erfreulich niedrig.

Allerhand getan hat sich beim Fahrwerk. Anstelle schnöden Stahls trägt der Roller nun einen Rahmen aus Aluminiumguss. Und statt des kleinen 14-Zoll-Vorderrads führt die gut gedämpfte, sensibel ansprechende Gabel ein größeres 15-Zoll-Rad. Das hilft, die ohnehin schon gute Fahrstabilität und hohe Lenkpräzision nochmals einen Tick zu verbessern. Dem bislang leichten Handling hat das größere Rad ebenfalls nicht geschadet, vielmehr nimmt der Tmax angenehm neutral Biegungen jeder Art und wirkt gut ausbalanciert.

Neu sind auch die einteiligen Vierkolbensättel der vorderen Doppelscheibenbremse. Im Verbund mit dem guten, unauffällig regelnden ABS lässt sich die Bremse, dem sportlichen Charakter des Tmax entsprechend, sehr wirkungsvoll einsetzen, und zwar gut dosierbar bei geringer Handkraft. Bei der Hinterradbremse greift relativ früh das ABS ein.

Äußerlich hat der Yamaha-Scooter keinen revolutionären Wandel vollzogen, gleichwohl verbessern die etwas fülligere Verkleidung mit der neu geformten, höheren Scheibe sowie die optionalen Windabweiser für den Lenker (101 Euro) den Wind- und Wetterschutz des Tmax erheblich. Der um einen Liter vergrößerte Tank und das deutlich gestiegene Fassungsvermögen des Stauraums unter der Sitzbank machen ihn praktischer und tourentauglicher. Und das nicht einmal auf Kosten seiner Sportlichkeit.

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