Thomas Herzog (Archivversion)

Thomas Herzog vertreibt in Europa Gamax-Quads und importiert seit diesem Jahr KTM nach Taiwan. Er sagt, das sei eine Herzensangelegenheit, und nach dem, was er über den Markt so spricht, muss das wohl stimmen.

"Eine Philosophie für Big Bikes gibt es hier nicht. Eher für Small Bikes. Auf knapp 23 Millionen Taiwaner kommen über 13 Millionen Roller, die weltweit höchste Dichte. Aber der Markt für den Kleinkram geht zurück, von über 1,2 Millionen Einheiten Mitte der 90er auf etwa 750000. Und weil man sich lange auf die kleinen Klassen konzentrierte, spielt Taiwan als Zulieferer für große Motorräder bisher kaum eine Rolle. So wie der taiwanische Markt für schwere Maschinen bisher kaum eine Rolle spielte. Von denen wird es etwa 60000 auf der Insel geben, die Hälfte davon seit der Marktöffnung eingeführt. Wobei das nicht einfach ist. Erstens werden für Big Bikes saftige Zölle von rund 50 Prozent erhoben. Zweitens hat man hier die schärfsten Umweltbestimmungen der Welt. Um einen Typenschein zu kriegen, musst du neben Euro 3 die kalifornische Norm erfüllen und zusätzlich einen Vaporisationstest machen, bei dem bestimmt wird, wie viel Sprit aus Tank und Leitungen verdunstet. Ein irrer Aufwand. Das wird sich schwer rechnen bei den 100 Stück, die wir im ersten Jahr anvisieren. Deshalb planen wir Typgenehmigungen erst für 2008. Heuer geht es nur über Einzelabnahme. Die kostet auch fast 750 Euro und dauert drei Monate. Dazu kommt, dass europäische Maschinen sowieso viel teurer sind als in Deutschland. So um die 50 bis 60 Prozent, und das bedeutet, dass sie für die meisten Leute hier so gut wie unerreichbar sind. Denn der Verdienst liegt in Taiwan bei einem Drittel oder der Hälfte des deutschen Niveaus.“

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