Top-Test Yamaha FZ1/Fazer (Archivversion)

Geht¿s jetzt los?

Darauf mussten wir lange warten: eine nackte Nippon-Sportlerin. Nicht weich gespült, sondern leicht, straff und stabil. Können Yamaha FZ1 und FZ1 Fazer die hoch gesteckten Erwartungen erfüllen?

Es war zum Mäusemelken. Immer, wenn wir dachten, jetzt passiertýÿs, wurde es abermals nichts. Dabei gab es durchaus ernst zu nehmende Anläufe. Honda Hornet 900, Kawasaki Z 1000 und nicht zuletzt die Vorgängerin im eigenen Hause, die FZS 1000 Fazer: feuchte
Hände, gespannte Erwartung, riesige
Vorfreude. Das muss er sein, der ultimative, gefühlsechte Landstraßenbrenner aus Nippon. Leicht wie eine Feder, mit einem Fahrwerk wie ein Samuraischwert und
ansatzlosem Punch ohne Gnade. Und dann? Wieder nichts.
Bei allen setzte sich letzten Endes die japanische Kompromissfähigkeit durch. Etwas mehr Komfort hier, etwas weniger Aufwand da. Ergebnis: gute Motorräder, keine Frage. Auch erfolgreiche. Den letzten Kick jedoch musste man weiter bei den Japan-Sportlern suchen. Oder im Fight-Club in Good Old Europe.
Nun ein neuer Versuch. FZ1 und FZ1 Fazer. Nach der Triumph Speed Triple
oder der Aprilia Tuono die schärfste Ver-
suchung, seit es die kompromisslosen Nackten gibt. Ein Lenker wie ein Florett, ein Schalldämpfer wie die Trompete von Jericho. Dazwischen im gedrungenen, mächtigen Brückenrahmenkorsett das
R1-Kraftwerk. Mattschwarz, böse. Ein
Bodybuilder im Muscleshirt. 1000 Kubik,
150 PS. Eine klare Ansage, so scheint es. Rammstein auf Rädern.
Der erste Rundgang. Und erste Be-
denken. Da ist er wieder, der gefürchtete Buchhalter-Rotstift. Fußrasten, Gabelbrücke, die Arbeit im Detail: alles nicht auf
R1-Niveau. Dazu ein Federbein ohne Ausgleichsbehälter und ohne variable Druckstufe, gar nicht Sportler-like. Oder die Upside-down-Gabel: Verrät schon auf ersten Blick, dass es sich nicht um das Sahneteil aus der berühmten Schwester handelt, da Zug- und Druckstufe getrennt in jeweils
einem Holm eingestellt werden. Na ja, ist
ja auch kein Wunder. Über 13000 Euro werden für die Supersportlerin aufgerufen, 9995 Euro für die nackte FZ1, 10595 Euro für die etwas touristisch ausgelegte Fazer. Klar, dass sich eine Differenz von rund 2500 Euro bemerkbar machen muss. Und gegenüber der ähnlich starken Konkurrenz lässt der Preis aufhorchen: Die beiden Yamahas sind am günstigsten.
Ob man auf edles Racing-Federwerk im Alltag verzichten kann, wird sich zeigen. Der Verzicht auf die tief im Keller an-
geklemmten Lenkerhälften fällt im zivilen Leben auf jeden Fall leicht. Das auffällige Lenkerrohr liegt locker und selbstverständlich in der Hand und erlaubt eine aufrechte, dennoch versammelte Sitzposition. Lediglich der kurze, gedrungene 18-Liter-Tank spreizt die Beine weiter als bei so manch anderer nackten Kanone.
Durch die niedrige Sitzhöhe (800 Millimeter), die auch kurzen Menschen sicheren Stand ermöglicht, müssen Großgewachsene die unteren Extremitäten zwar ein wenig, jedoch nicht über Gebühr
falten. Wohlan, das passt. Und macht
Lust auf mehr, zumal der kernige Bass aus dem Schalldämpfer, der kompromisslos nach dem neuen Motto ýÿLänger ist schicker, aber besser ist dickerýÿ modelliert ist, förmlich zum Kurvenräubern auffordert. Also den ersten Gang ins exakte, allerdings knochig schaltende Getriebe gedrückt, und ab gehtýÿs.
Wer nun glaubt, die FZ1 stürzte sich so grimmig aufs nächste Eck, wie sie aussieht, wird umgehend eines Besseren
belehrt. Praktisch ab dem ersten Meter macht sich Enttäuschung breit angesichts des verhaltenen Vortriebs. Jedenfalls
bei allen, die sich bei dieser technischen Konzeption und der aggressiven Optik den
ultimativen Kick versprochen haben. Im unerbittlichen Test-Jargon: mitunter harte, verzögerte Gasannahme, die speziell in verzwicktem Geläuf die Linienwahl nachhaltig erschwert, und eine Leistungs-
entfaltung bei niedrigen und mittleren Drehzahlen, die in dieser Klasse am unteren Ende der Skala rangiert.
Der durch umfangreiche Maßnahmen (Verdichtung 11,5 statt 12,4 zu eins,
neue Nockenwellen, geänderte Kennfelder für Einspritzung und Zündung, mehr Schwungmasse) auf seinen neuen Ein-satzzweck getrimmte Fünfventiler erreicht
bis 7500/min bestenfalls mittelmäßiges
Niveau. Der ebenfalls gezähmte Supersportlerantrieb der Honda CBF 1000 zum Beispiel, in seiner Ausrichtung mit 98 PS deutlich zahmer, liegt bis 7500/min und damit im landstraßenrelevanten Bereich klar über der FZ1. Ganz zu schweigen von dem, was die hubraumstärkere Konkurrenz Triumph Speed Triple, Benelli TnT 1130 oder gar BMW K 1200 R in diesen Drehzahlregionen in den Asphalt stanzt.
Das schlägt sich zwar naturgemäß nicht so sehr in den Beschleunigungs-
werten (null auf 100 km/h rund dreieinhalb Sekunden, auf 200 km/h rund zehn Sekunden) nieder, denn wenn der kurzhubige FZ1-Motor drehen darf, ist er voll bei
der Musik. Es ist vielmehr die Parade-
disziplin der starken Nackten, in der beide FZ1 Federn lassen müssen. Gut vier Sekunden benötigen sie im letzten Gang, um von 60 auf 100 km/h zuzulegen. Und ebenso lange brauchen sie, um von 100 km/h aus die 140er-Marke zu erreichen (siehe Messwerte Seite 62). Ja selbst bei der Durchzugsmessung bis 180 km/h erreichen die Yamahas noch nicht jenen Drehzahl-
bereich, in dem der Vierzylinder so richtig mit den Muskeln spielt.
Der kommt später. Zu spät, zumal die Getriebeabstufung insgesamt recht lang geriet und die Gänge wie beim Supersportler eng aneinander rücken. Sogar noch enger als bei der R1, weil die beiden letzten Stufen kürzer übersetzt sind, die restlichen vier hingegen gleich. So ist
man oberhalb der 7500er-Marke, wo der Motor erst kräftig zur Sache geht, in ho-
hen Geschwindigkeitsregionen unterwegs. Selbst im Ersten und Zweiten, wenn beide FZ mit zunehmender Drehzahl gern mal übermütig das Vorderrad lupfen, rast man in der Regel bereits mit weit mehr als
100 Sachen durch die Landschaft, und die nächste Kurve steht im Weg.
Freilich nur sinnbildlich. Denn zum
einen entsprechen die Fahrwerksqualitä-
ten schon eher einem fulminanter Streetfighter als die Performance des Reihen-vierers. Vor allem aber verfügt die FZ1 über eine Bremsanlage, die ihrem Namen alle Ehre macht. Aber der Reihe nach: Beide Schwestern sind angesichts der Stabilität, die der Alu-Brückenrahmen vermittelt, von ordentlicher Handlichkeit, wobei die nackte FZ1 ihrem verkleideten Pendant wegen der sieben Kilogramm Mindergewicht diesbezüglich leicht überlegen ist. Auch dass die Federn vorne wie hinten auf der harten, aber gerechten Seite liegen und die
Dämpfung über reichlich Reserven verfügt
(siehe Fahrwerkseinstellungen Seite 57), passt trefflich zum Rabaukenimage des Naked Bikes. Angesichts dieser Qualitäten kann man sich mit dem Ansprechver-
halten, das signifikant unter jenem der
R1-Bauteile liegt, arrangieren und die eine oder andere Attacke auf die Bandscheibe aushalten. Auf der Fazer geht es nur einen Hauch kommoder zur Sache, weil in ihrer Gabel etwas weichere Federn stecken.
Wenn es um die negative Beschleunigung geht, sind hingegen keine Kompromisse nötig. Heftig, dabei fein dosierbar verbeißen sich die aus der letzten R1-
Generation bekannten Vierkolbenzangen
in die mächtigen 320-Millimeter-Scheiben.
Im Verbund mit den harten Gabelfedern und den daraus resultierenden Federreser-
ven bei extremer Verzögerung lassen
sich hervorragende Bremswerte von bis
zu 10,1 m/s2 mit der FZ1 erzielen.
Im Alltag wird man hingegen weniger rabiat zu Werke gehen. Dann können beide FZ1 mit dieser Bremsanlage feinfühlig
und mit beherrschbarem Aufstellmoment bis weit in die Radien hinein verzögert
werden. Und das, obgleich die Erstbe-
reifung Michelin Pilot Road auf Anhieb nicht so recht zum Hardcore-Auftritt der FZ1 zu passen scheint. Sie macht ihre
Sache aber ganz manierlich, indem sie
im Landstraßenbetrieb mit ausreichenden
Haftungsreserven überzeugt. Außer des defensiven Auftritts vor dem Eiscafé kann man dem Pneu natürlich dennoch vorwerfen, dass er in Sachen Maximal-Grip und Neutralität zu seinem sportlichen Bruder, dem Pilot Power, den man auf dieser Art von Bike eher erwartet hätte, gehörigen Respektabstand hält.
Doch schon der Pilot Road reicht völlig aus, um die nicht eben berauschende Schräglagenfreiheit der FZ1 bis zur Neige auszukosten. Wer es energisch angeht, erntet aufsetzende Fußrasten. Zumindest bei Temperaturen um zehn Grad Celsius ýÿ wie während der Testfahrten ýÿ empfiehlt
es sich, den empfohlenen Luftdruck von 2,5/2,9 bar zu reduzieren. Auf der Landstraße helfen 2,3 beziehungsweise 2,5
bar, die bisweilen stempelnde Front-
partie auf kurzen Absätzen in Schräglage
durch die dann bessere Eigendämpfung
zu beruhigen. Angenehmer Nebeneffekt:
Die spürbare Kickback-Neigung verringert
sich ebenfalls ein wenig. Ein Lenkungsdämpfer wäre allerdings, wie immer in so vielen Fällen, die bessere Lösung.
Wenig Handlungsbedarf besteht bei
einer Eigenschaft, die bei Motorrädern
dieses Zuschnitts eher als Sekundär-
tugend geführt wird. Die Soziustauglich-
keit ist nämlich überraschend ausgeprägt.
Dabei zeigen sich die Vorteile des Schalldämpfers, der wegen seiner geringen
Länge recht flach angestellt sein kann, ohne unsportlich zu wirken. Womit sich die Soziusfußrasten an langen Auslegern weit unten montiert lassen und der Beifahrer-sitz entsprechend niedrig gehalten werden kann. Der Begleiter thront nicht weit
über dem Fahrer, sondern kann es sich in dessen Windschatten gemütlich machen. Erstaunlich dabei: Auf der kurzen Bank
der nackten FZ1 ist die Unterbringung in der zweiten Reihe trotz fehlender Haltegriffe keinesfalls unkomfortabler als auf der längeren der Schwester. Es verhält sich tendenziell eher umgekehrt: Die größere Nähe zum Fahrer lässt bei der Begleitung ein sichereres Gefühl aufkommen als auf der Fazer, deren Haltegriffe keine ergonomische Glanztat darstellen.
Wenn wir schon bei den Unterschieden sind: Der zentrale Aspekt ist selbstredend die Halbschale der Fazer. Ein Bauteil, das sich stärker auswirkt, als vermutet. Nicht nur, was den Windschutz angeht, der für kleinere Fahrer sehr effektiv ist, während größere bisweilen mit heftigen Turbulen-
zen zu kämpfen haben. Die Verkleidung
verändert den Charakter nachhaltig. Die
Fazer gibt sich nicht so quicklebendig,
woran auch die weichere Gabelab-
stimmung ihren Anteil hat. Dafür sorgen
die beiden Scheinwerfer für die bessere
Lichtausbeute, die langen Spiegelausleger
für die bessere Rücksicht. Ein Staufach hingegen sucht man in der Verkleidung vergeblich, und Gepäckhaken an der Heckpartie sind lediglich an den Fußrastenauslegern zu finden.
Allzu weit geht also die Tourentaug-lichkeit auch bei der FZ1 Fazer nicht. Da fällt nicht ganz so gravierend ins Gewicht, dass sich beide Yamahas bei Autobahntempo 130 knapp sieben Liter Super
genehmigen. Auf der Landstraße reduziert sich der Verbrauch auf rund sechs Liter. Trotzdem sind Reichweiten um die 300
Kilometer nur Durchschnitt. Immerhin springt die Trip-Anzeige bei Erreichen der Reservemenge um und zeigt die danach gefahrenen Kilometer an.
Ein praktisches Extra. Für alle jedoch, denen es bei solchen Bikes insbesondere um die Motorperformance geht, sicher bestenfalls am Rande interessant. Für diese Klientel zählt einzig und allein die Fahrdynamik. Und in Sachen Power kann die neue Hoffnung am Naked-Bike-Himmel die Erwartungen nur teilweise erfüllen. Wenn lässiger Schub aus dem Handgelenk gefragt ist ýÿ da hätte mehr kommen können.
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Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion) - War sonst
noch was?

Plus
Trotz ausladenden Brückenrahmens recht kleiner Wendekreis
Platz für Bügelschloss unter der Sitzbank
Federelemente mit weitem Einstellbereich der Dämpfung
Federvorspannung am Federbein mit
Hakenschlüssel leicht einstellbar
Gut dosierbare, kräftige Hinterradbremse
Minus
Kupplungshebel nicht einstellbar
Vibrationen trotz Gummilagerung von
Fußrasten und Lenker
Gabel-Einstellschrauben schlecht
erreichbar
Tank lässt sich nur mit viel Geduld
wirklich voll tanken
Fahrwerkseinstellungen (Klammerwerte Fazer)
Gabel:
Federvorspannung
sechs (fünf) Ringe sichtbar,
Zugstufe sechs (fünf) Klicks auf,
Druckstufe acht (acht) Klicks auf
Federbein:
Federvorspannung Stufe eins (eins),
Zugstufe fünf (fünf) Klicks auf

Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit* 252 km/h

Beschleunigung
0ýÿ100 km/h 3,6 (3,5) sek
0ýÿ140 km/h 5,4 (5,2) sek
0ýÿ200 km/h 10,3 (9,8) sek

Durchzug
60ýÿ100 km/h 4,1 (4,2) sek
100ýÿ140 km/h 4,1 (4,0) sek
140ýÿ180 km/h 5,1 (4,8) sek

Tachometerabweichung
Effektiv (Anzeige 50/100) 48/97 km/h

Drehzahlmesserabweichung
Anzeige roter Bereich 12200 (12000)/min
Effektiv 11700 (11500)/min

Verbrauch im Test
bei 130 km/h 6,8 (6,7) l/100 km
Landstraße 6,1 (6,0) l/100 km
Theor. Reichweite 295 (300) km
Kraftstoffart Super

Maße und Gewichte
L/B/H 2119/800/1240 mm
(2117/880/1210) mm
Sitzhöhe 800 mm
Lenkerhöhe 1010 mm
Wendekreis 5850 mm
Gewicht vollgetankt 215 (222) kg
Zuladung 195 (188) kg
Radlastverteilung v/h 49/51 (49/51) %

Fahrdynamik1
Bremsmessung

Bremsweg aus 100 km/h 38,2 (38,8) m
Mittlere Verzögerung 10,1 (10,0) m/s2

Bemerkung: Aufgrund der straffen Fahrwerksabstimmung bleibt die Frontpartie stabil und vermittelt ein gutes Feedback für das Vorderrad. Die feinfühlig ansprechende Bremse erlaubt dann sehr schnell, an die maximale Verzögerungsgrenze zu gehen. Bei derart hohen Verzögerungswerten ist die Reifentemperatur von entscheidender Bedeutung. Der Grat zwischen Überbremsen und bester Verzögerung ist dabei gering. Durch die ausge-
wogene Balance des Motorrads ergeben sich die sehr guten Verzögerungswerte.

Slalom und Kreisbahn aus Witterungsgründen nicht befahrbar.

Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion)

Motor
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, je zwei oben liegende, ketten-getriebene Nockenwellen, fünf Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, Ø 42 mm, geregelter Katalysator, Lichtmaschine 560 W, Batterie 12 V/9 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.

Bohrung x Hub 77,0 x 53,6 mm

Hubraum 998 cm3

Verdichtungsverhältnis 11,5:1
Nennleistung
110,3 kW (150 PS) bei 11000/min
Max. Drehmoment 106 Nm bei 8000/min
Schadstoffwerte (Homologation) in g/km
CO 0,460 / HC 0,123 / NOx 0,067
Fahrwerk
Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zen-tralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare
Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 245 mm, Einkolben-Schwimmsattel.
Alu-Gussräder 3.50 x 17; 6.00 x 17

Reifen 120/70 ZR 17; 190/50 ZR 17

Bereifung im Test
Michelin Pilot Road ýÿSýÿ, ýÿDýÿ

Maße und Gewichte
Radstand 1460 mm, Lenkkopfwinkel 65,0 Grad, Nachlauf 109 mm, Federweg v/h 130/130 mm, zulässiges Gesamtgewicht 410 kg, Tankinhalt/Reserve 18,0/3,4 Liter.

Service-Daten
Service-Intervalle alle 10000 km
Öl- und Filterwechsel alle 10000 km
Motoröl 10 W 40/20 W 40
Telegabelöl Yamaha Fork-Oil 10
Zündkerzen NGK CR9EK
Leerlaufdrehzahl 1200 ± 100/min
Reifenluftdruck solo (mit Sozius)
vorn/hinten 2,5/2,9 (2,5/2,9) bar

Garantie zwei Jahre
Farben Silber, Schwarz,
Gelb (Silber, Rot, Blau)
Preis 9820 (10420) Euro
Nebenkosten 175 Euro

Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion)

Das Sahnestück der neuen FZ1 ist
der Motor sicher nicht. Natürlich gehen angesichts der PS-Ausbeute Beschleunigung und Topspeed
in Ordnung. Der Durchzug jedoch könnte besser sein, das Lastwechselverhalten ist unausgereift und die Leistungsentfaltung nur Mittelmaß. Dazu kommt noch die unglückliche Getriebeabstufung mit dem rennmäßigen ersten Gang.

Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion)

besser als der Motor schneidet
das Fahrwerk ab. Ausreichend handlich und stabil geben sich
beide FZ1, wobei die Nackte
noch etwas wendiger ist. Die
Fahrwerksabstimmung dürfte
komfortabler ausfallen.

Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion)

Die Bremsanlage arbeitet prächtig,
einzig wegen des unter extremer Belastung auftretenden Fadings gibt es Abzüge. Die Bremsstabilität ist ausgeprägt, das Aufstellmoment beim Verzögern in Schräglage in Ordnung. Für die Kickbackneigung gilt das leider nicht, ein Lenkungsdämpfer wäre wünschenswert. Ebenso wie ein ABS, das auch in so grimmigen Kreisen so mancher gerne ordern würde.

Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion)

Die üppiger ausgestattete Fazer sammelt mit Hauptständer
und Beifahrerhaltegriffen Punkte.
Zudem lässt sich wegen des
Hauptständers der Ölstand
leichter kontrollieren.

Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion)

Wer häufiger zu zweit unterwegs
ist, findet in der FZ1 ein faires
Angebot. Wen Komfort generell nicht interessiert ýÿ einfach ab
zum nächsten Kapitel.

Yamaha FZ1 / FZ1 Fazer (Top-Test) (Archivversion)

Natürlich im Blickpunkt: die Ab-
gaswerte. Beide FZ1 unterbieten
die Euro-3-Grenzwerte deutlich. Das wird mit 28 Punkten belohnt.
Ob die harte und verzögerte Gasannahme auch mit diesem Kapitel zu tun hat? Der Verbrauch könnte günstiger sein. Dafür stimmen
die Inspektionskosten.

Fazit (Archivversion)

Die neue FZ1 ist ein Schritt in die richtige Richtung. Straff, direkt, kompakt ýÿ das stand auf der Wunschliste. Allerdings auch ein Motor, der sauber am Gas hängt und tief aus dem Drehzahlkeller mächtig anschiebt. Und beim Fahr-
werk ist ebenfalls noch Luft nach oben.

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