Topseller in Deutschland (Archivversion) Suzuki GSF 600 Bandit

Das Volksbegehren: einfach nur fahren

Es ist nicht alles Gold, was silbern glänzt an der kleinen Bandit. Und doch steht sie Jahr für Jahr glänzend da, tauschte in der Wählergunst nur einen Platz mit ihrer Schwester SV. Und das mit einem in seinen Grundfesten sehr angejahrten Motor, der weder mit überbordender Leistung noch mit einer satten Drehmomentkurve dienen kann, sondern mit reichlich Drehzahl bei Laune gehalten werden will. Wie kommt das? Weil der feinverrippte luft-/ölgekühlte Bandit-Treibsatz im Gegensatz zur wassergekühlten Konkurrenz noch aussieht wie ein richtiger Motor, woran sich vor allem die Älteren gerne erinnern - und weil viele Jungwähler, aber auch die altgediente Basisdemokraten überhaupt nicht mehr wollen, als morgens flott zur Arbeit zu kommen und abends unbeschwert den Feierabend zu genießen.Dazu reicht das Leistungsangebot allemal. Erst recht, wenn, wie bei der Bandit, auch die anderen Alltagssorgen der Klientel berücksichtigt werden. Bodenständig gibt sie sich mit ihrer niedrigen Sitzhöhe, umgänglich mit ihrem neutralen Handling. Das Wichtigste aber: Mit 6200 Euro schont sie die Brieftasche ihrer Anhänger wie kaum eine zweite, selbst die verkleidete und damit reisetauglichere Schwester zählt mit 6540 Euro noch zu den Sonderangeboten in einem preislich deutlich nach oben tendierenden Markt, der sich um die Befindlichkeit der Käufer kaum zu scheren scheint. Genau hier setzt die kleine Bandit ein Signal für das, was »die Menschen wirklich interessiert«. Bezahlbarer Spaß auf zwei Rädern, abseits von Hightech und Leistungsfetischismus: ein Erfolgsrezept, das Jahr für Jahr aufgeht - und allen anderen zu denken geben sollte.

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