Total normal: Hercules 1000-Eigenbau (Archivversion) Total normal

Rolf Lipinski zeichnet gern mit Bleistift und Buntstiften. Seine Motive: außergewöhnliche Motorradmotoren, die er feierabends nach dem Schreinerhandwerk zu Papier bringt. Als er das defekte Triebwerk einer Harley-Davidson 1000er Sportster von 1976 für 400 Mark angeboten bekam, griff er sofort zu. Beim Inspizieren des V2-Motors stellte er fest, daß außer krummen Ventilen und normalem Verschleiß eigentlich alles im grünen Bereich war. Den Plan, den reparierten Motor in einen Norton-Commando-Rahmen zu verpflanzen, mußte er sich nach dem Hinweis des TÜV Bonn, das gelte als Eigenbau und koste mindestens 2500 Mark Abnahmegebühr, gleich wieder abschminken. Als Ernährer einer vierköpfigen Familie griff er kostenbewußt auf einen Harley-Rahmen, Typ XLS, von 1979 für 900 Mark zurück. Nach der Kastenschwinge suchte er zwei Jahre auf Teilemärkten. Eine Telegabel der Suzuki GS 550 mit effektiver Bremsanlage paßte in den US-Lenkkopf. Ansonsten bestückte der Sammler seine Tourenmaschine eher international: Instrumenten- Halterung aus der Ex-CSSR (Jawa), Rücklicht aus England (Triumph Bonneville) und der Chokehebel wieder amerikanisch: Das Teil ist 100 Jahre alt und stammt aus einer Singer-Nähmaschine. Deutsch wird es bei Scheinwerfer (Horex Regina) und Tankemblem. Hercules 1000 ist allerdings nur ein Gag, mit dem Rolf Lipinski versucht, allzu hartnäckige Frager hinters Licht zu führen.

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